Tätigkeitsbericht Missionswerk

Bericht 30. Mai 2013

Tätigkeitsbericht des Missionsvorstandes des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen (ELM)

„Jede Generation ist verpflichtet, für sich heute neu und in die jeweilige Gesellschaft zu erklären, was ‚Mission‘ für unsere Kirche und für unsere Gemeinden bedeutet. Eine Vergewisserung der eigenen Identität mit Hilfe der Vergangenheit führt allein nicht weiter“ – dieser Satz aus dem Tätigkeitsbericht des Missionsvorstandes des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) kennzeichnet die Situation, in der sich das Missionswerk im Jahr 2012 befand.

In ihrem Bericht vor der 24. Landessynode stellte Martina Helmer-Pham Xuan, Direktorin des ELM, die unterschiedlichen Anforderungen, die aus verschiedenen Richtungen an das Missionswerk gestellt werden, klar heraus. Ausgangspunkt dafür seien Synodalbeschlüsse aus dem Jahr 2005, in denen die Synode die Aufgaben des Missionswerkes für die Zukunft definierte und gleichzeitig eine mehr als 30-prozentige Etatkürzung verfügte. Die besondere Vielfalt der Interessen innerhalb des Missionswerkes resultiere nicht nur aus der Trägerschaft von drei Landeskirchen, sondern auch aus der Tätigkeit von sehr verschiedenen Freundeskreisen und Unterstützergruppen. „In dieser Gemengelage war eine Positionierung nötig, und diese Positionierung hat mich angreifbar gemacht“, berichtete Martina Helmer-Pham Xuan im Hinblick auf ihre Nicht-Wiederwahl als Direktorin im März dieses Jahres.

 „Wir sind nicht mehr sendende Organisation, die in der Welt bei Gemeindegründungen hilft, sondern arbeiten auf Augenhöhe mit unseren Partnern“, stellte die Direktorin des Missionswerkes den vollzogenen Paradigmenwechsel heraus, der in das Konzept „Partner in Mission“ eingeflossen ist. Die Arbeit des Werkes werde in solidarisch gelebter weltweiter Verantwortung mit den Partnerkirchen geleistet; dabei werde grundsätzlich auf eine klare Zielsetzung und große Transparenz geachtet. Die größten Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit den Partnerkirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika stellt das Aktenstück 61a zusammen, das auf Antrag von Martin Steinke aus Osnabrück, Vorsitzender des Ausschusses für Theologie, Kirche und Mission, diesem Ausschuss zur Kenntnis und Diskussion zur Verfügung gestellt wird.

Als zukunftsweisende Projekte des Missionswerkes stellte Martina Helmer-Pham Xuan die Gründung der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg und die Einrichtung einer Zweigstelle des Missionswerkes in Hannover vor. Im Juni wird diese Zweigstelle ihre Arbeit mit zunächst drei Referenten in Räumen an der Otto-Brenner-Straße aufnehmen.

Als besondere Verpflichtung für die zukünftige Arbeit des Missionswerkes sieht die Direktorin, die ihre Tätigkeit am 30. September 2013 beenden wird, zwei Punkte an: eine Lösung der Arbeit des Missionswerkes aus der einseitigen Europa-Zentriertheit und eine deutlich stärkere Einbindung in die Landeskirche.
 

In der anschließenden Aussprache bedauerte Michael Thiel aus Lüneburg die teilweise fehlende Wahrnehmung der Arbeit des Missionswerkes in den Gemeinden, die der Bedeutung der geleisteten Arbeit nicht entspreche. Rainer Kiefer vom Landeskirchenamt zeigte sich dankbar für den personellen Austausch zwischen Landeskirche und Missionswerk und betonte, dass die Hannoversche Landeskirche vom weltweit hohen Ansehen des Werkes profitiere.

Sehr herzlich dankte Thomas Reisner, Vizepräsident der Synode, Martina Helmer-Pham Xuan abschließend für ihre mehr als zehnjährige engagierte und erfolgreiche Tätigkeit als Direktorin des Missionswerkes.