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Bild: Jens Schulze

„Wer wird noch für die Geschwister der weltweiten Kirche eintreten?“

Bericht 15. Juni 2007

Zum Bericht des Missionsvorstandes des ELM

„Wir brauchen Menschen, die qualifiziert in die Partnerkirchen entsandt werden.“ Das sagte Pfarrerin Martina Helmer-Pham Xuan, Direktorin des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen (ELM), zur Einführung des Berichtes des Missionsvorstandes an die Landessynode. Helmer-Phang Xuan erinnerte an die vom ELM geforderten Einsparungsmaßnahmen in Höhe von 30 Prozent, die bereits weit gehend umgesetzt sind, sprach aber zugleich von einem hohen Preis, nämlich der Frage: Wie ist unter diesen Umständen Aufbauarbeit möglich?

In vielen Ländern Afrikas sei jeder dritte Mensch HIV-infiziert. In Indien habe Helmer-Phang Xuan auf die Frage, warum es so viele Waisenkinder gebe, als Antwort bekommen: „Der Selbstmord der Mütter.“ Sie berichtete von Menschen in den Partnerkirchen, „die in ihrem Leben nichts anderes erlebt haben, als nicht erwünscht zu sein“. In Russland seien die Menschen zwar dankbar für die finanzielle Unterstützung, die beispielsweise den Bau von Gemeindehäusern ermöglicht hätten, doch fühlten sich diese Menschen inzwischen allein gelassen.

Der schriftliche Bericht erläutert in einem ersten Teil unter anderem die künftige Konzeption des Missionswerkes und fragt in dem Zusammenhang: „Wenn wir alle in Deutschland nur noch mit uns und unserer Kirchturmspitze beschäftigt sind, wer wird dann noch für die Geschwister der weltweiten Kirche eintreten, die nicht mächtig und stark genug sind, weil sie weder finanziell in der Lage sind noch eine eigene öffentliche Stimme haben, um auf sich aufmerksam zu machen?“ Die Missionsdirektorin kündigte an, das Thema Arbeit in den nächsten Jahren zum Schwerpunktthema machen zu wollen. In den Partnerkirchen sei die Auflösung alter Arbeitsstrukturen „viel weiter fortgeschritten“ als hierzulande. In einem zweiten Abschnitt wird vor allem die Arbeit des ELM im Ausland dargestellt, so etwa in Äthiopien, Zentralafrikanische Republik, Südafrika, Indien, Russische Föderation und Lateinamerika. In Deutschland gehe es insbesondere um die Integration von entwicklungsbezogenen Bildungsfragen in die Verkündigungsarbeit. Langfristig solle die Verbindung zwischen den Mitarbeitenden im Ausland und hiesigen Gemeinden und Kirchenkreisen intensiviert werden:

Der Bericht schließt mit einer Erinnerung an die biblische Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus. „Lazarus – ist die Mehrheit der Weltbevölkerung, ohne Zugang zu Trinkwasser, zu Bildung, zu einem Arbeitsplatz.“ Lazarus und den reichen Mann trenne mehr als eine Tür, es gebe viele Teufelskreise. „Eine Brücke ist der von den Toten auferstandene Jesus. Hat er eine Chance zu bekehren – auch in seiner Kirche?“ In ihrem Schlusswort äußerte Martina-Pham Xuan den Wunsch, dass sich für manche landeskirchliche Christen bei dem Stichwort „Hermannsburg“ nicht gleich eine Schublade öffnen möge: „Mission ist ein Auftrag an die ganze Kirche!“

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann gab der Missionsdirektorin und ihren Mitarbeitenden die Botschaft mit: „Die Landeskirche steht zum Evangelisch-lutherischen Missionswerk!“