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Bild: Jens Schulze

Bericht: Landesbischöfin ruft zu Reisen nach Israel und Palästina auf

Bericht 15. Juni 2007

„Fahrt nach Israel und Palästina, lasst die Christen dort nicht allein und versucht, den traumatisierten Menschen auf beiden Seiten der Mauer beizustehen!“ Mit einem leidenschaftlichen Appell an die Gemeinden sprach Landesbischöfin Margot Käßmann in ihrem Bericht vor der Synode zum Thema Weltverantwortung. Das EKD-Papier „Kirche der Freiheit“ formuliere in der Grundthese zu Leuchtfeuer 9 das Ziel der evangelischen Kirche, Themen und Positionen vorzugeben und in die Gesellschaft hineinzutragen. „Dieses Ziel hat die Evangelische Kirche in Deutschland in den letzten Wochen sehr ernst genommen.“

Die Landesbischöfin erinnerte an den Besuch des Rates der EKD in Israel und Palästina im April 2007. Die Museumspädagogik der Holocaust-Gedenkstätte habe sich verändert: „Sie schildert nicht mehr das Grauen an sich, sondern schildert durch Biografien.“ So werde das Schicksal eines einzelnen Menschen nachvollziehbar. In Thalita Kumi, der christlichen Schule in Palästina, habe sie die Äußerung eines jungen Mädchens bewegt: „Ich weiß schon, dass die uns nicht alle ermorden wollen.“ Die Politik dürfe das Thema nicht ignorieren. Der Ökumenische Rat der Kirchen sollte in seiner Initiative „Kirchen gemeinsam für Frieden mit Gerechtigkeit im Nahen Osten“ unterstützt werden. Zudem warb die Landesbischöfin für das Programm „Studium in Israel“, das inzwischen auch ein- und zweiwöchige Seminare anbiete.

Als zweites Beispiel für die Wahrnehmung von Weltverantwortung nannte Käßmann die Begegnung von „religious leaders“ aus den G8-Staaten mit „religious leaders“ aus Afrika, zwei Tage vor dem Kirchentag in Köln. Wenn Globalisierung so gepriesen werde, dann müsse es um eine Globalisierung der sozialen Gerechtigkeit gehen. Dass schätzungsweise 2000 Gemeinden in Deutschland am 6. Juni um 18 Uhr die Glocken geläutet hätten, um einen „Heiligen Damm des Gebetes“ für eine Verbesserung der Lebenschancen in armen Ländern zu errichten, habe sie besonders gefreut. Solche Verknüpfungen unserer Ortsgemeinden mit größeren Aktionen seien wichtig, um vor Ort eingebunden zu sein in ein großes Netzwerk der Evangelischen Kirche auch in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung. „Ja, auch das ist evangelisch.“