Situation der ehrenamtlichen Kirchenmusik

Nachricht 26. November 2019

Ehrenamtliche Kirchenmusik und deren Unterstützung soll auch in der 26. Landessynode ein wichtiges Thema bleiben

Zu später Stunde ist am ersten Synodentag die Situation der ehrenamtlichen Kirchenmusik thematisiert worden. Grünwaldt lobte die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Kirche für Musik einsetzen. Zu ihnen gehören auch zum Beispiel Organisten sowie die Leiterinnen und Leiter von Chören und Posaunenchören. "Ohne diese Musik wäre unser musikalisches Leben in der Landeskirche sehr viel ärmer, an manchen Stellen würde es zum Erliegen kommen", stellte der im Landeskirchenamt zuständige Oberkirchenrat Klaus Grünwaldt nüchtern fest. Diese Aussage wurde mit großem Beifall quittiert.

Ein großer Teil der musikalischen Arbeit liege bei Ehrenamtlichen – in Kantoreien, Chören und Ensembles. Und ihnen könne man helfen, sagte Grünwaldt. Erstens sei eine Bezahlung an vielen Stellen sinnvoll: „Die unbezahlte Tätigkeit ist eine Tradition, aber ungerecht.“ Damit verbunden sei, Ehrenamtliche in die Visitationen einzubeziehen. Das werde von einigen Chorleitern und anderen Verantwortlichen abgelehnt – dabei solle die Visitation kein „Auf die Finger schauen“ sein, sondern eine Wahrnehmung und Wertschätzung. Ihr Sinn sei es, zu beraten, zu begleiten, Tipps zu geben – und so einen wertvollen Beitrag zur Qualität der Kirchenmusik zu leisten.

Zweitens, so Grünwaldt, bräuchten die Visitatoren mehr Zeit, am besten ein festes Budget für diese Aufgaben. 40 Prozent der Zeit sei eine wunderbare Vorstellung, doch auch 25 oder 30 Prozent würden helfen, ehrenamtliche Musiker zu unterstützen.

Drittens sprach sich Grünwaldt für die Einrichtung von "Sprengelzentren" aus. Hintergrund ist, dass Ehrenamtlichen Angebote zur Fortbildung in ihrer Nähe gemacht werden sollten. Lange Fahrtwege für teils nur wenige Stunden lange Veranstaltungen seien unzumutbar. "Dabei gibt es schon viele Angebote – aber es fehlt wiederum eine zentrale Internetseite, auf der sie gelistet sind", sagte Grünewaldt.

In der anschließenden Aussprache stimmten verschiedene Synodenmitglieder diesen Aussagen zu. Uneinigkeit gab es nur in der Frage, ob ehrenamtliche Musiker ihr Können mit einem Test nachweisen sollten. Einerseits sei das zum Erhalt der Qualität notwendig – andererseits hätten manche Musiker schlicht keine Lust oder scheuten den Aufwand, etwas nachzuweisen, das sie spielend beherrschten.

Die Synode beschloss einstimmig, den Bericht des Landeskirchenamts zum Thema Kirchenmusik an die nächste Synode und den dann zuständigen Ausschuss weiterzugeben.