Eröffnungsgottesdienst: "Wir sind Wanderer zwischen den Welten"

Nachricht 26. November 2019

Landesbischof Meister predigt zur Eröffnung der Synodentagung

Mit einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst ist die XIII. Synodentagung in der Kirche der Henriettenstiftung in Hannover eröffnet worden. „Wir sind Wanderer zwischen den Welten“, sagte Landesbischof Ralf Meister in seiner Predigt. „Herz und Seele leben in der Sehnsucht nach einer Welt, die wir erwarten und herbeisehnen. Wir leben in der konkreten Welt und realisieren jederzeit, dass es eine geistliche Dimension gibt.“

Den Gottesdienst gestaltete der Landesbischof gemeinsam mit dem Präsidium der Landessynode. Das Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Henning Herzog und der Chor der Synode unter der Leitung von Imke Marks (Klavier und Orgel) begleitete den Gottesdienst musikalisch. Die Kollekte war für die Spendenaktion „United 4 rescue - Gemeinsam Retten“ bestimmt, die den Beschluss der EKD-Synode zur zivilen Seenotrettung unterstützen soll.

Meister würdigte in seiner Predigt die „mutigen Schritte“ der Synode, besonders die neue Verfassung und die geistlichen Akzente, die sie gesetzt hat. Er gedachte zudem der drei verstorbenen Synodalen der 25. Landessynode: Ernst August Gausmann, Hans-Christian Winters und Burkhard Kindler. 

Anhand der biblischen Geschichte von der Himmelsleiter (zu finden in 1. Mose 28,10-19) lud Meister ein, den Blick auf den offenen Himmel, auf die „entgrenzte Wirklichkeit“ zu richten. Die Welt sei für einen Moment offen für das Heil Gottes, sagte er. Der Segen sei der Ort höchster menschlicher Passivität, sagte Meister: „Unsere Lebensstärke garantieren wir uns nicht selbst. Gottes Segen geschieht unabhängig von uns. Deshalb ragt die Leiter auch nicht ganz bis in den Himmel. Wir können uns nichts holen, nichts ergattern. Wir dürfen geschehen lassen. Denn darin ist der Segen die dichteste und dramatischste Stelle des Glaubens.“ Glauben sei immer auch dürfen, betonte Meister. „Wir dürfen uns der Güte des liebenden Blickes Gottes aussetzen.“

Jakob sah in in der biblischen Geschichte in einem Traum, wie Gott Himmel und Erde durch eine Leiter miteinander verbindet. „Träume ermöglichen das Vagabundieren zwischen uns und einer transzendenten Welt“, sagte Landesbischof Meister. Die Bibel sei voller Träume - fast alle Propheten etwa träumten. „Die wunderbarsten Wendungen in unserem Leben waren oftmals Überraschungen“, sagte der Landesbischof.

Meister unterschied in seiner Predigt zwischen der Welt, in der wir leben und der Welt, nach der wir uns sehnen. Das Kunstwerk „Himmelsleiter“ von Sean Scully mache deren eigentümliche Verbindung anschaulich. Meister hatte das Kunstwerk des zeitgenössischen irischen Künstlers auf der Kunstbiennale in Venedig gesehen. Dieser bunte Turm sei wie ein Lebenswerk, eine Biographie. Er zeige, wie sich das eigene Leben zu Gott hin öffnen und das Herz leicht werden könne. Auch werde hier deutlich, wie die jeweiligen Lebensleitern variantenreich und bunt aufeinander aufbauten, dabei aber nicht zum Himmel reichten: „Mein Leben öffnet sich zu Gott. Eine bunte Traumhöhle mit einem Ausgang zum Licht“, interpretierte Meister das zehn Meter hohe Kunstwerk.

Der Eröffnungsgottesdienst in Bildern