Gestaltung des Beteiligungsverfahrens

Nachricht 28. November 2019

Startschuss für Beteiligungsverfahren

Die 25. Landessynode hat in ihrer letzten Sitzung Rahmenbedingungen beschlossen, welche die Beteiligung von Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und kirchlichen Einrichtungen, Stellen und Berufsgruppen an wichtigen Entscheidungsprozessen regeln. Die neue Verfassung hält "Beteiligung" als ein grundlegendes Strukturprinzip aller Handlungsebenen in der Landeskirche fest. Im 9. Artikel ruft sie alle Kirchenmitglieder dazu auf, "mit ihren Gaben und Kräften das kirchliche Leben mitzugestalten […] sowie sich an der Leitung der Kirche zu beteiligen."

Dr. Fritz Hasselhorn, Vorsitzender des Schwerpunkteausschusses, legte die erarbeiteten "Grundsätze für die Gestaltung von Beteiligungsverfahren" am Donnerstagvormittag der Synode zur Beratung vor. Beteiligung solle dazu beitragen, die mit einem Vorhaben verfolgten Ziele, die zugrundeliegenden Beweggründe und die damit verbundenen Prozesse transparent zu machen, heißt es in dem Text. Auf diese Weise sollen die Akzeptanz getroffener Entscheidungen erhöht, die inhaltliche Qualität verbessert und Konflikte bei der Umsetzung vermieden werden. Beteiligung kennzeichne die Kirche laut Aktenstück als eine lernende Organisation, die Veränderungen als Herausforderungen annimmt und möglichst viele verschiedene Perspektiven bei der Lösungsentwicklung konstruktiv einbeziehe.

Laut den Grundsätzen sollen möglichst bald auch elektronische Beteiligungsmöglichkeiten entwickelt werden. "Die Sache trifft auf breite Zustimmung. Die Mehrheit will, dass Beteiligung auch digital organisiert wird", stellte Hasselhorn fest. Seiner Wahrnehmung nach würden Beschlüsse schon heute anders vorbereitet als noch vor zehn Jahren. "Die Kirchenkreise und die Basis werden stärker einbezogen als früher", so Hasselhorn.

In der anschließenden Aussprache bezeichnete Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamtes, die Beteiligung als "Herzensangelegenheit", die mit den nun erarbeiteten Grundsätzen einen "echten Sprung" gemacht habe. "Im Wissen darum, dass wir nicht immer wissen können, was für andere gut ist, trainieren Beteiligungsverfahren eine tiefgreifende Haltung des Zuhörens und ritualisiere eine grundsätzliche Haltung der Wertschätzung", so Springer