Schwerpunkteausschuss: Auswertung Synodalwahlen

Nachricht 28. November 2019

Eine erste Auswertung der inzwischen abgeschlossenen Wahlen zur 26. Landessynode hat am Mittwoch Dr. Fritz Hasselhorn (Osnabrück), Vorsitzender des Schwerpunkteausschusses, vorgetragen. Drei Aspekte hob Hasselhorn hervor: Sinkende Wahlbeteiligung sei kein unabwendbares Schicksal. Der Blick auf die Wahlbeteiligung in den einzelnen Wahlkreisen zeige zudem durchaus Unterschiede in der Fläche der Landeskirche. Man könne insofern nicht von einem Trend für die Landeskirche sprechen, so Hasselhorn.

Einem relativ geringen Rückgang in vier Wahlkreisen (von bis zu drei Prozent) stehe ein starker Rückgang (von bis zu 20 Prozent) in den Wahlkreisen V und VI gegenüber. Noch deutlicher werde die Differenz der Wahlbeteiligung, wenn man die Kirchenkreisebene betrachte. Hier reicht die Spannbreite von 24 Prozentpunkten mehr in Melle bis hin zu 31 Prozentpunkten weniger in Gifhorn.

„Hohe Wahlbeteiligung im ländlichen Raum, niedrige Beteiligung in der Stadt - das ist keine gültige Gleichung mehr“, sagte Hasselhorn. Das zeige der Blick auf die beiden ländlich geprägten Kirchenkreise Hildesheimer Land und Uelzen mit der insgesamt niedrigsten Wahlbeteiligung in der Landeskirche (Rückgang auf rund 45 Prozent).

Sieben von insgesamt 48 Kirchenkreisen der Landeskirche werden in der neuen Landessynode nicht mit einem „eigenen“ Synodalen vertreten sein; fünf Kirchenkreise konnten jeweils drei Mandate gewinnen. Für die Wahlentscheidung ist nach wie vor die Zugehörigkeit des/der Kandidat*in zum eigenen Kirchenkreis das wichtigste Kriterium und zwar in allen drei Gruppen (73 Prozent aller Stimmen). Das Vertrauen darauf, dass er/sie die Interessen des KK vertritt, spielt dabei eine wichtige Rolle. Bei Enttäuschung breche die Wahlbeteiligung ein.

Die Mobilisierung der Wähler*innen und direkte Kommunikation werden zudem wichtiger, wie das Beispiel Melle zeigt. Kirche sei auf dem Weg von einer Institution zu einer Organisation, betont Hasselhorn. Organisationen bedürften einer kontinuierlichen Kommunikation mit ihren Mitgliedern.

„Das Wahlsystem legt nahe, die Zahl der ehrenamtlichen Kandidat*innen zu beschränken“, stellt Fritz Hasselhorn fest. Die Rückmeldungen aus den Kirchenkreisen hätten gezeigt, dass sich Kirchenkreise „betraft fühlten“, weil sie zwei Kandidat*innen aufgestellt hätten, die sich dann gegenseitig die Stimmen nahmen.

28,6 Prozent aller abgegebenen Stimmen entfielen auf Kandidaten unter 30 Jahren. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, so Hasselhorn. Der Anteil an Sitzen von 10,5 Prozent entspreche diesem Stimmenanteil jedoch nicht – eine Folge des Mehrheitswahlrechts. Hasselhorn regt daher an, in der 26. Landessynode die Übertragbarkeit von Stimmen im Wahlsystem zu überprüfen, auch vor dem Hintergrund, die 20-Prozent-Quote des Lutherischen Weltbundes erfüllen zu können. Für die 26. Landessynode hatten 23 Personen unter 30 Jahren, verteilt auf alle zehn Wahlkreise, kandidiert (11 Frauen, 12 Männer). Sieben von ihnen wurden aus unterschiedlichen Wahlkreisen in die Landessynode gewählt. 2013 gab es vier Kandidat*innen, drei wurden gewählt. Der Antrag des Ausschusses auf Zustimmung zum entsprechenden Aktenstück wurde entsprochen.