Bericht Diakonieausschuss

Nachricht 28. November 2019

Am dritten Tag der letzten Sitzung der 25. Landessynode ist der Abschlussbericht des Diakonieausschusses vorgestellt und diskutiert worden. Den Beginn machte der Vorsitzende des Diakonieausschusses, Dr. Jens Rannenberg aus dem Sprengel Lüneburg. Er erinnerte an die Worte von Landesbischof Meister, der in seinem Bischofsbericht einen "Traditionsbruch" festgestellt hatte.

Der Landesbischof habe zurecht dazu aufgefordert, auf die "schnellen gesellschaftlichen Veränderungen auch mit schnellen Veränderungen unserer kirchlichen Strukturen" zu reagieren, sagte Rannenberg. Änderungen in einer evangelisch-lutherischen Kirche sollten aus seiner Sicht aber in erster Linie auch von den Theologinnen und Theologen getragen werden. Notwendig sei dazu eine zukünftige weitere Öffnung der Diakonie und Kirche zur Gesellschaft. 

Auch brauche es eine gute Vernetzung mit dem unternehmerischen Handeln der Diakonie - über diese Frage sei intensiv im Diakonieausschuss diskutiert worden. In Weiterentwicklung des Diakoniegesetzes aus den 1970er Jahren sei ein "new deal" für die unternehmerische Zukunft der diakonischen Einrichtungen erforderlich.

Nach der grundlegenden Positionierung der Landeskirche zum Thema "Armut 2010" brauche es nun eine neue grundsätzliche Positionierung zu sozialen Fragen der Kirche. "Jesus wurde arm geboren und setzte sich gegen Armut und soziale Ungleichheit ein", sagte Rannenberg vor dem Synodenplenum. Dem Diakonieausschuss sei eine Neupositionierung zu den drängenden sozialen Fragen nicht in allen Bereichen gelungen. Er hoffe deshalb auf die 26. Landessynode, so Rannenberg.

Der Ausschussvorsitzende hob zudem die Notwendigkeit einer konsequenten Stärkung der Präsenz jugendlicher Menschen in kirchlichen Strukturen hervor. Dazu gehöre auch ein gutes Angebot von Kita-Plätzen. Es gelte "als Kirche sichtbar zu sein im Leben der Menschen." Rannenberg regte daneben an, auch kirchliche Grundstücke zu öffnen für den sozialen Wohnungsbau. Er unterstrich, dass eine Summe von 25 Millionen Euro in den Jahren 2015 bis 2020 für die Arbeit mit Geflüchteten zur Verfügung gestellt werden konnte. Der ehrenamtliche Einsatz in der Arbeit für Geflüchtete sei so hoch, dass er in einem finanziellen Äquivalent gar nicht darstellbar sei. 

Abschließend dankte Rannenberg allen Ausschussmitgliedern, Christoph Künkel und dessen Nachfolger Hans-Joachim Lenke (als Vorstandssprecher des DWiN) für die gute Zusammenarbeit. Anschließend wurde der Bericht einstimmig angenommen, ebenso wie der Antrag, den Bericht an die 26. Landessynode weiterzuleiten und dieser durch das Landeskirchenamt eine Überarbeitung des Diakoniegesetzes vorzulegen.