Bischofsbericht: Kirche und Missbrauch

Bericht 28. November 2018
Bild: Jens Schulze

„Wir stehen in Scham und Schuld“, sagte Landesbischof Meister in seinem Bericht vor der Landessynode in Bezug auf den sexuellen Missbrauch von Kindern innerhalb der Kirche. „Die zahlreichen Fälle des sexuellen Missbrauchs treffen beide Kirchen und ihre diakonischen Einrichtungen. Sie haben einen Vertrauensverlust herbeigeführt, dessen Ausmaß wir nicht ermessen können.“

Gemeinsam mit dem katholischen Bischof in Hildesheim Heiner Wilmer habe er sich daher für eine konsequente und kompromisslose Strafverfolgung durch den Staat ausgesprochen. „Die Täter und Täterinnen haben nicht nur die Opfer schwer geschädigt, sondern auch das zwischenmenschliche Vertrauen in der gesamten Gesellschaft zerstört. Damit haben sie das Vertrauen in die Kirche erschüttert. Neben der klaren Aufforderung der Aufarbeitung und Begleitung der Betroffenen, neben Aufklärung und Prävention bleibt deshalb für die evangelische und katholische Kirche die Herausforderung, die Missbrauchssituation theologisch und organisationspraktisch zu analysieren und auch damit sexualisierte Gewalt zu verhindern.“

Es werde ein langer Weg werden, den begangenen Missbrauch aufzuarbeiten. Eine externe wissenschaftliche Studie solle dabei zeigen,  ob es systemische Ursachen für sexualisierte Gewalt in den evangelischen Kirchen gebe.