Bischofsbericht 12: Was wird aus dem Reformationstag?

Bericht 31. Mai 2018

Vor der Landessynode unterstrich Landesbischof Meister noch einmal, dass sich die evangelischen Kirchen für den Vorschlag der Landesregierung einsetzten, den Reformationstag dauerhaft zu einem staatlichen Feiertag zu machen: ""In einem Land wie Niedersachsen mit den evangelischen Kirchen als größter Religionsgemeinschaft, mit einer Geschichte, die wie alle norddeutschen Länder von der Reformation stark geprägt ist, und mit evangelischen Kirchen, die sich aktiv in die Gestaltung der Gesellschaft einbringen, wäre ein evangelischer Feiertag unseres Erachtens aber auch für Nicht-Evangelische sinnstiftend zu begründen."

Meister betonte zudem, dass die Feier des Reformationstages keine Martin-Luther-Gedenkfeier werde. Es habe in den vergangenen Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit dem Antijudaismus Martin Luthers mit eindeutigen Stellungnahmen der EKD gegeben und dieser Weg werde auch fortgesetzt.

Der Tag der Reformation sei ein Tag, der einen toleranten und dialogischen
Umgang der Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen
untereinander fördern wolle. Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen ständen aufgrund ihres je eigenen Wahrheitsanspruchs grundsätzlich in Spannung miteinander. Deshalb brauche es Zeitpunkte und Räume, an denen dieses Spannungsverhältnis nicht nur diskutiert, sondern punktuell überwunden werden könne.

Ein gesetzlicher Feiertag brauche eine breite inhaltliche Grundlage,
und Institutionen, die ihn verantwortlich gestalten könnten, sagte Meister.
Wenn die größte Religionsgemeinschaft mit mehr als 3,5 Millionen Mitgliedern in Niedersachen dafür bereitstehe, sei garantiert, dass es eine Bewegung würd, die breit getragen ist. Vermutlich werde es an
mehr als 1000 Orten am 31.10. Begegnungs-Anlässe geben, um weltoffen, interreligiös und ökumenisch​ über die Zukunft der Gesellschaft nachzudenken.