Bild: Jens Schulze

EKD-Präses: Frieden ist nicht einfach zu haben

Bericht 24. November 2016
Bild: Jens Schulze

Zu Beginn der Plenarsitzung der Landessynode in der Osnabrücker Schlossaula war die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Irmgard Schwaetzer, zu Gast.

"Frieden ist nicht einfach zu haben!“, sagte Schwaetzer in ihrem Grußwort vor der Landessynode. Es gehe um Verhandlung und Dialog auf Augenhöhe. Osnabrück stehe auch dafür, wie Zerstörung aussieht am Ende eines Krieges, der durch Macht und Religion ausgelöst wurde.

Die Landessynode knüpfe mit dem Thema „Gerechter Friede“  an die EKD-Denkschrift von 2007 an, mit der die EKD-Synode einen Paradigmenwechsel vollzogen hatte. Einen gerechten Krieg könne es nicht geben. Daran zu arbeiten, was zum  gerechten Frieden gehöre, sei immerwährende Aufgabe der Kirche. Dazu gehörten soziale Gerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. „Frieden gibt es nicht ohne Gerechtigkeit!“

So wird die EKD-Synode direkt nach dem Reformationstag 2017 dieses Thema aufnehmen. „Das Friedensthema ist zum zentralen gesellschaftlichen Thema geworden. Die Kirche muss ihre Rolle klar vor Augen haben und das ihr Mögliche zur Förderung des Friedens zu tun“, so Schwaetzer. Die zentrale Friedens fördernde Aufgabe der Kirche sei es, selbst Akteur in der Gesellschaft zu sein und einen Diskurs anzustoßen, um damit zu Verständigung und Frieden beizutragen.

In Rückbezug auf die Charta Oecumenica von 2001 erinnerte Schwaetzer an die Selbstverpflichtung zur Einigung Europas, in der Ausgrenzung, Extremismus und Fremdenhass keinen Platz habe.

„Wir brauchen einen öffentlichen europaweiten Diskurs über unsere gemeinsamen Werte und Interessen“, forderte Schwaetzer und wies auf europaweite christliche Institutionen wie die GEKE, KEK und den ÖRK hin, die jahrzehntelange Erfahrungen in Dialog und Kooperation aufweisen.

Dem Erstarken populistischer Parteien dürfe nicht mit Ausgrenzung, wohl aber mit Abgrenzung gegen alle Extremisten begegnet werden. Dabei stehe die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden im Mittelpunkt.

Das Friedensthema ist zum zentralen gesellschaftlichen Thema geworden. Die Kirche muss ihre Rolle klar vor Augen haben und das ihr Mögliche zur Förderung des Friedens zu tun.

Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),

24.11.2016 Ein Tag in Osnabrück - Kirche des gerechten Friedens