Bild: Jens Schulze

Bericht des Landessynodalausschusses

Bericht 22. November 2016

„Als singende und klingende Kirche sind wir attraktiv.“ Das sagte Jörn Surborg (Hildesheim) in seinem Bericht als Vorsitzender des Landessynodalausschusses (LSA) zu Beginn der VII. Tagung. Er freue sich darüber, dass das Gedenkjahr zum 500-jährigen Reformationsjubiläum „nun endlich losgeht“.

Die Mittel in Höhe von 2,6 Millionen Euro seien sinnvoll investiert, wenn die damit gesetzten Impulse über das Jubiläumsjahr hinaus wirksam bleiben, verteidigte Surborg das vergleichsweise hohe finanzielle Engagement für Projekte der Landeskirche. Dazu gehört auch die Präsenz bei der Weltausstellung Reformation in Wittenberg, wo neben einem Ladengeschäft auch ein kleiner Garten angemietet werden konnte, in dem ein Willkommenscafé eingerichtet werden soll.

In dem Zusammenhang stimmte die Landessynode einem von Alwin Pfanne (Aurich) beantragten Prüfauftrag an den Finanzausschuss zu, die Kirchen und Kapellen der Landeskirche mit der neuen Luther-Bibel auszustatten. Damit würde „deutlich, was unserer Kirche Salz und Licht verleiht“, so Surborg.

In dem insgesamt 17 Punkte umfassenden schriftlichen Bericht ging der LSA-Vorsitzende auch auf den Haushaltsplan für die Jahre 2017/2018 ein. Darin gehe es u.a. um den Verbund der drei großen diakonischen Krankenhäuser in Hannover, die „Diakovere GmbH“. Die Landeskirche hatte der Holding ein Darlehen in Höhe von 10 Millionen Euro gewährt, „Diakovere“ hatte danach um weitere Unterstützung für ein langfristiges Sanierungskonzept gebeten. Um die Zukunft der Krankenhäuser zu sichern und ihr diakonisches Profil zu stärken, habe sich der LSA für einen Verzicht auf die Rückzahlung bzw. den Einsatz der Mittel für entsprechende Projekte ausgesprochen. Zu einem späteren Zeitpunkt im Verlauf der Tagung könne sich die Landessynode dazu „positionieren“.

Die personalwirtschaftlichen Ziele der Landeskirche waren ein weiteres Thema der mündlichen Ausführungen zum LSA-Bericht. Dabei geht es u.a. um ein angemessenes Verhältnis der kirchlichen Berufsgruppen zueinander. Während die Ziele bei den Kirchenmusikern erreicht und im Falle der Pfarrstellen nur geringfügig verfehlt wurden, stelle sich die Situation bei den Diakonenstellen anders dar. Statt 360 Stellen werde es zum Ende des Planungszeitraums nur rund 341 Stellen geben, das Ziel sei damit „deutlich verfehlt“.

Ein Grund liegt nach Darstellung Surborgs in der Doppelqualifikation. Die Anstellung bei kommunalen Arbeitern erscheine manchen Diakonen mit Blick auf die Arbeitsbedingungen attraktiver. Während die Personalplanung den Kirchenkreisen obliegt, nannte Surborg die personalwirtschaftlichen Ziele ein „zentrales Handlungsfeld“ der Landeskirche. Das Landeskirchenamt (LKA) beabsichtige deshalb, Änderungen von Stellenrahmenplänen künftig von einer vorherigen Genehmigung abhängig zu machen. Zudem sollten die Kirchenkreise regelmäßig zur Entwicklung des Bestandes berichten und vor einer geplanten Aufhebung oder Reduzierung von Diakonenstellen mit dem LKA Kontakt aufnehmen.

Die Synodale Kerstin Dede (Hannover) fragte in der Aussprache: „Welches Bild von Kirche verbirgt sich hinter bestimmten Entscheidungen zur Reduzierung von Diakonenstellen?“ In manchen Regionen gebe es ein Verhältnis von 1 zu 11 im Vergleich mit Pfarrstellen, beklagte die Beauftragte für Diakoninnen und Diakone. Nun sollen sich der Ausschuss für kirchliche Mitarbeit und der Diakonieausschuss mit der Frage befassen, wie die Kompetenzen der Diakone besser genutzt werden können. Die Landessynode stimmte einem entsprechenden Antrag zu.

Angesichts des sich zunehmend bemerkbar machenden Pfarrermangels soll die Zahl der Geistlichen, die außerhalb von Kirchengemeinden tätig sind, in den kommenden Jahren nach und nach reduziert werden. „Wir wollen die Pastoren der Landeskirche moderat zurückfahren und die Gemeinden stärken“, erklärte Surborg. Gerade auf dem Land werde es schwieriger, freie Pfarrstellen zu besetzen, Forderungen nach Anreizen würden lauter. Ein Kirchenkreis habe die Nutzung „zentraler Steuerungsmöglichkeiten“ bei der Besetzung von Pfarrstellen ins Gespräch gebracht. „Vor solchen Hilferufen können wir die Ohren nicht verschließen“, mahnte der LSA-Vorsitzende.