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Bild: Jens Schulze

Bischofsbericht VIII

Bericht 24. November 2015

Endlagerkommission

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Bild: Jens Schulze  

„Die lange Suche nach einem Standort zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe - bei optimistischer Planung wird erst in 15 Jahren ein Endlagerstandort ausgewählt werden und nicht vor 2050 oder 2060 betriebsbereit sein - braucht eine intensive Form der Beteiligung“, erläuterte Ralf Meister. Aufgabe der Endlagerkommission ist es, Vorschläge für die Entscheidungsgrundlagen im späteren Standortauswahlverfahren zu erarbeiten und das Gesetz zu überprüfen.

Nach dem Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Deutschland gehe es nun um eine sichere Verwahrung der Abfallstoffe für einen Zeitraum von einer Million Jahren. „Es muss ein Verfahren geben, in dem mehrere Endlagerstandorte untersucht werden; Gorleben allein geht nicht. Durch die Existenz von Gorleben bleibt dieses Verfahren vielfältig und von Anfang an belastet“, so Meister weiter. Alle Lösungsvorschläge müssten „fair und transparent“ entwickelt werden und benötigten eine Partizipation der betroffenen Menschen in den Regionen.

„Die Geschichte der Nutzung der Atomenergie war immer auch eine Geschichte des Protestes gegenüber dieser Technik. Sind wir in der Lage, den Ausstieg aus der Kernenergie nicht nur als eine energiepolitische Richtungsentscheidung zu verstehen, sondern ihn als ein grundsätzliches Umdenken in unserer Schöpfungsverantwortung zu begreifen?“ Auch damit diese Fragen gestellt und beantwortet werden, sei - neben aller naturwissenschaftlichen notwendigen Expertise - die Vertretung zivilgesellschaftlicher Akteure und auch der Kirchen in der Kommission sinnvoll.