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Bild: Jens Schulze

Bischofsbericht III

Bericht 24. November 2015

„In der Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen sind wir manches schuldig“

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Bild: Jens Schulze

Ralf Meister konstatierte: „Gesellschaftliche Angst wird, wenn sie einen gewissen Aggregatzustand gewonnen hat, auch politisch.“ Das könne man gerade in der Flüchtlingsfrage erleben. „Die Sorge um die geordnete Aufnahme der flüchtenden Menschen teile ich. Wir bleiben in der Aufnahme und Begleitung diesen Menschen in der Not manches schuldig.“

Kirchliche Handlungsfelder sieht der leitende Geistliche als erstes in den Aktivitäten der Kirchengemeinden vor Ort, aber auch in den diakonischen Aufgaben in den Aufnahmestellen und der Bildungsarbeit mit und für Flüchtlinge. Die Arbeit in diesen kirchlichen Handlungsfeldern sei die überzeugendste Antwort auf politisch geschürte Angst.

„Wir haben die Aufgabe, Foren zur Diskussion der Entwicklung in der Gesellschaft anzubieten. Kirchen sind gute Orte, um miteinander ins Gespräch zu kommen und in Kontakt zu bleiben, Ängsten zu begegnen und gemeinsam Wege für eine integrative Gesellschaft zu entwickeln“. Kirchen seien die besten Orte, um Ängste und Sorgen zusammenzutragen und nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen. „Wir müssen Begegnungen zum ehrlichen Austausch in unseren Kirchen eröffnen.“

Kritisch merkte Meister an, dass der zeitweilige parteipolitische Dissens in Deutschland wenig hilfreich sei. „Aber gerade weil vielen eine klare, eine politische Ordnung in diesen Fragen fehlt, verstärkt der politische Streit diese Unsicherheit und Angst. Das beschädigt das Ansehen von Flüchtlingen, desorientiert politisch und hilft nicht, um Wege zu einer integrativen Gesellschaft zu entwickeln.“