Eröffnungsgottesdienst

Bericht 24. November 2014

„Lasst uns adventliche Kirche sein!“

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Bild: Jens Schulze

„Lasst uns adventliche Menschen sein, Pilger, die von Gott her leben! Lasst uns adventliche Kirche sein!“ rief Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Brandy den Synodalinnen und Synodalen in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der Synodentagung zu. Mit der Feier des Heiligen Abendmahls begann die III.Tagung der 25. Landessynode. Lieder, Texte und Gebete stimmten auf die kommende Adventszeit ein. „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“, heißt es in Psalm 24, über den der Landessuperintendent des Sprengels Stade predigte.

Jesus Christus sei der göttliche Advent in Person. Kirche solle ihre Tore öffnen und damit rechnen, dass Gott selbst einziehe, vielleicht sogar mit dem Pilgerzug der Flüchtlinge in unserem Land. Die Unterstützung der Flüchtlinge in den Gemeinden gehöre, so Brandy, zu den kleinen und großen Aufbrüchen in unserer Kirche.

Dass Psalm 24 nun erstmals Predigttext sei, liege an der Revision der Perikopenordnung, so Brandy. Deren Erprobung beginne mit dem neuen Kirchenjahr ab dem ersten Advent. Jeder Sprengel der Landeskirche Hannovers erprobe eine Predigtreihe. Jetzt seien mehr alttestamentliche Texte als früher vorgesehen.

Der 24. Psalm gehöre zur Einlassliturgie von Pilgern auf dem Weg ins Heiligtum. So begab sich der Landessuperintendent mit Hilfe des Psalms auf eine virtuelle Wanderung über das Gelände der Henriettenstiftung, um dann im Gottesdienst in der Kirche anzukommen. Dabei streifte er in Gedanken die moderne High-Tech-Medizin im Operationssaal, auch sie gehöre zu Gottes Eigentum. Auf der Station für Schwerstkranke ohne Heilung stellte Brandy sich der ernsten Frage nach einer möglichen Sterbehilfe, die zur Zeit im Bundestag verhandelt wird, und nahm dazu Stellung: „Wir können organisierte Formen der Sterbehilfe und des assistierten Suizids nicht bejahen! Wir gehören nicht einfach uns selbst, sind nicht Herren über Leben und Tod.“ Im Leben und im Sterben gehörten wir Gott, so Brandy. Ein jeder Mensch habe ein Recht auf medizinische und seelsorgliche palliative Begleitung so gut wie eben möglich. Das lasse die allermeisten Wünsche nach einem aktiv herbeigeführten Sterben verstummen, so Brandy.

Synodale aus dem Sprengel Stade hatten den Gottesdienst vorbereitet und durchgeführt. Ein Chor und Bläserinnen und Bläser der Landessynode unter der Leitung von Kantorin Anke-Christina Müller und Kirchenkreiskantor Christian Windhorst an der Orgel hatten die musikalische Gestaltung übernommen.

Die Kollekte in Höhe von 452,22 € ist bestimmt für die Arbeit der Diakonie-Katastrophenhilfe im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Liberia und Sierra Leone.