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 Bild: Jens Schulze

Bischofsbericht VII

Bericht

Vertiefung des jüdisch-christlichen Dialogs

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Bild: Jens Schulze

Drei neue Projekte zur Förderung des jüdisch-christlichen Dialogs stellte Bischof Ralf Meister im Rahmen seines Berichts vor der Synode vor.

„Vielfalt jüdischen Lebens. Eine Begegnung in der Schule“: Das Projekt, gemeinsam mit dem Bistum Hildesheim gestartet, sieht vor, Referentinnen und Referenten, die einer jüdischen Gemeinde angehören, in den Religionsunterricht einzuladen.
Künftig soll bei Visitationen das Thema „Begegnung mit dem Judentum“ angesprochen und abgefragt werden. „Die Nachfrage hält in Erinnerung, dass das Vertrautwerden mit dem Judentum eine bleibende Aufgabe von Kirchengemeinden ist und ermutigt, Maßnahmen hierzu zu ergreifen“, so der leitende Theologe.
„Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“:

Eine Wanderausstellung , entstanden im Haus kirchlicher Dienste, beleuchtet seit Herbst diesen Jahres Luthers Schriften zum Judentum. Dies sei, gerade im Rahmen der Reformationsdekade, ein „wichtiges Thema“.

Zur aktuellen politischen Situation im Nahen Osten sagte Meister, er sehe sie „mit Sorge“. Das Attentat in einer Synagoge in Jerusalem, sei ein „erschütternder Tabubruch“. „Ich wünsche Israelis und Palästinensern den Mut, den Kreislauf von Gewalt und Hass zu durchbrechen. Und die Einfügung in unseren Verfassungstext darf uns nicht hindern, auch die Siedlungspolitik in Israel kritisch zu betrachten, die den Hoffnungshorizont einer Zwei-Staaten-Lösung systematisch zerstört.“

Er erlebe aber auch eine zunehmend islamophobe Stimmung in Deutschland. Dies werde zu einer Dauerbelastung für die friedliche islamische Bevölkerung. „An der Gegendemonstration gegen den rechtsradikalen Hooligan-Aufmarsch in Hannover vor knapp zwei Wochen habe ich deshalb auch teilgenommen“, so der Bischof. „Zugleich war es mir wichtig, dass wir am 3. Oktober im ökumenischen Festgottesdienst in der Marktkirche in Hannover zum Nationalfeiertag zur religiösen Pluralität in unserem Land ein öffentliches Zeugnis geben. Ich war sehr froh, dass es am Ende einen Friedensgruß von jüdischer wie von islamischer Seite gegeben hat, der auch viel Beachtung gefunden hat.“