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Bild: Jens Schulze

Bericht Bischofsvikar: Aussprache im Plenum

Bericht 24. November 2010
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 Ausssprache zum Bericht von Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen

In der Aussprache zum Bericht von Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen sagte Pastorin Susanne Briese-Köhler (Wunstorf): „Ich habe mich außerordentlich gefreut, ihren Bericht zu hören“. Die Synodale freute sich vor allem über die lutherische Pointierung in seinem Bericht.

Der Präsident des Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau, meinte zum Thema „Kernenergie“: „Wir wissen genau, wie die rechtliche Situation zum Thema Endlagerung ist“. Man dürfe dieses jedoch nicht mit politischen Fragen vermischen. Die Kirche muss der Politik helfen, wieder sprachfähig zu werden, die zum Teil sehr verhakt sei in der Diskussion.
Im Übrigen sei dies kein spezifisch landeskirchliches Thema, sondern ein nationales und auch ein ökumenisches. Mit den Katholiken müsse gesprochen werde. Es gehe aber auch um Europa insgesamt und Standards für die Endlagerung.

Die Synodale Christa Dierks aus dem Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg sagte: „Ich glaube nicht, dass bei einem nächsten Transport der Widerstand weniger sein wird.“

Dr. Karin Köhler (Diekholzen) regte angesichts des im Bericht beklagten Fleischhungers an, einen Tag bei der Synodentagung vegetarisch zu essen. „So ein Gemüseauflauf ist auch was Schönes“ stimmte Jantzen ihr später zu.

Kirchenkreisamtsleiter Carsten Wydora (Balge) fand die 25-Prozent Energieeinsparungsziel der Landeskirche nicht so bemerkenswert, da das Land Niedersachsen sich 40 Prozent vorgenommen habe. Die fünf Millionen Euro Energiesparprogramm der Landeskirche habe in den Kirchenkreisen weitere, erhebliche Investitionen ausgelöst. Dies sollte man ermitteln.

Superintendent Christian Sundermann (Hannover) begrüßte Jantzens Plädoyer für verantwortliches Handeln: Verantwortung zu übernehmen sei selbstverständlich, es müsse aber immer wieder gesagt werden. Der Einsatz Jantzens ermutige alle vor Ort, sich einzumischen in die politischen Debatten.

Bischofsvikar Jantzen antwortete:
Im Bereich Bildung könne die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Schule noch verbessert werden. Zum Schulstreit in Ostfriesland kann er es sich nicht genau erklären, warum so vehement gegen eine christliche Schule "geschossen" werde. Die Tür stehe seitens der Landeskirche weiterin offen.

Ihm falle auf, das muslimische Jugendliche oft viel besser über ihren Glaubens Auskunft geben könnten als deutsche Jugendliche christlichen Glaubens.

Gesellschaftliche Konfliktbereiche:
Bei der Endlagerfrage sei die rechtliche Bewertung oft mit der politischer Bewertung verschränkt. Es gelte, Politikern wieder Politik zu ermöglichen, weil sie zum Teil sehr verhakelt seien.

Bei dem Thema „Energiekataster“ sollte man ermutigend auf die Kirchenkreise zugehen, die das noch nicht haben.

Bei den drohenden Abschiebungen von Roma und Sinti-Familien meint Jantzen:
Die Not der Menschen muss Kriterium sein einschließlich des Zusammenhaltes der Familie, und nicht gute Schulnoten. Jantzen antworte damit auf eine Anfrage von Albrecht Bungeroth, der das Auseinanderreissen von Familien – Kinder dürfen bleiben, Eltern werden abgeschoben – kritisch angefragt hatte.

Zur Massentierhaltung meinte Jantzen: Man könne nicht sagen, Massentierhaltung sei per se verwerflich. In der Regel sei sie aber nicht tierfreundlich. Einen Schlachthof für zwei Million Hühner in Wietze könne er sich nicht vorstellen.