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Bild: Jens Schulze

Wort der Landessynode: Bildung schafft Anschluss - evangelische Wege zur Bildungsgerechtigkeit

Bericht
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Rolf Bade (Hannover) stellte als Vorsitzender des Bildungsausschusses das Wort zur Bildung vor

Mit einem Wort der Landessynode zu Bildung und Bildungsgerechtigkeit wendet sich das Kirchenparlament abschließend zum Schwerpunktthema Bildung am Donnerstag, 3. Juni 2010, an alle kirchenleitenden Organe sowie die binnen- wie außerkirchliche Öffentlichkeit.

Das Wort benennt deutlich, dass Bildung unverzichtbar ist für die Entfaltung der Persönlichkeit eines Menschen und damit der Verwirklichung seiner Ebenbildlichkeit Gottes.

Ebenso wie Verkündigung, Mission und Diakonie gehöre die Bildung zum Auftrag der Kirche, heißt es in dem Text.

In zehn Thesen wird ausformuliert, wie Bildung Anschluss schafft. Dazu gehört nach Ansicht der Landessynode eine Bildung von Anfang an, weshalb es fatal sei, gerade bei der frühkindlichen Bildung zu sparen. „Wir wenden uns gegen einen verzerrenden Trägerwettbewerb um eine möglichst kostengünstige Bereitstellung von Kindergartenplätzen zulasten der Qualität und sprechen uns für die qualitative Weiterentwicklung der Arbeit in diesen Einrichtungen einschließlich einer Höherqualifizierung der Mitarbeitenden aus angesichts der steigenden fachlichen Herausforderungen.“

Darüber hinaus setzt sich das Wort der Synode für eine inklusive Bildung ein, da Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in die Mitte der Bildungsanstrengungen gehörten. Daher sei ein Schwerpunkt aus kirchlicher Sicht beim inklusiven Konfirmationsunterricht zu setzen.

Gefordert wird, dass niemand die Schule ohne einen Schulabschluss verlässt. Wichtig sei auch eine Ausbildungs-und Studienplatzgarantie für alle. Eine horizontale und vertikale Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungswegen ist aus Sicht der Synode notwendig.
Deshalb seien Bildungskonzepte konsequenter aufzugreifen, „die einen eher allgemein bildend und einen eher allgemein und berufsbildend ausgestalteten Bildungsweg vorsehen.“

Gleichwertig zur formalen Bildung will das Wort der Synode die nonformale Bildung wissen, wie sie in der Kinder- und Jugendarbeit, auf Freizeiten und Fahrten oder auch bei Festen und Feiern stattfindet. „Wir fordern deshalb den Erhalt und den Ausbau nonformaler Bildungsangebote, in denen Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches eröffnet und auch in spielerischer Form und ohne Leistungsdruck erworben werden können.“

Für unverzichtbar wird der Religionsunterricht angesehen. Daher wird der nach wie vor hohe Ausfall von Religionsunterricht an den Schulen ausdrücklich kritisiert. „Wir sehen das Land Niedersachsen hier in der Pflicht“, so die Synode.

Abschließend fordert das Wort der Landessynode die finanziellen Spielräume konsequent zu nutzen, „um die Rahmenbedingungen von Bildung, z.B. die Gruppengrößen, die Klassengrößen, die Arbeitszeit und Qualifizierung der Erziehenden und Unterrichtenden, die kostenfreien Bildungsangebote oder die materielle Unterstützung für Kinder und Jugendliche aus wenig begüterten Verhältnissen spürbar zu verbessern. “