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Bild: Jens Schulze

Die Synode lacht - Matthias Brodowy macht Kabarett zum Thema Bildung

Bericht 02. Juni 2010
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‚Offenbarung – Das Ende der Welt ist nahe’ heißt das aktuelle Programm von Matthias Brodowy, das er in Auszügen am 3. Juni zum Themenschwerpunkt „Bildung“ vor der Landessynode präsentierte und das Plenum in ausgelassene Heiterkeit versetzte.

Brodowy erklärte zunächst, wie seine Berufswahl ausfiel und warum er nicht Lehrer wurde: „ Wenn man nach neun Semestern katholischer Theologie nicht über Wasser laufen kann, ist Hopfen und Malz verloren. Daher habe ich zum Kabarett gewechselt.“
Aber schon bald stellte er sich die Frage: Was wäre wenn es anders gekommen wäre?

Eine spannende Frage auch in Bezug auf die Schöpfungsgeschichte:
„Was wäre gewesen, wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären? Dann hätten sie nicht den Apfel sondern die Schlange gegessen. Uns wäre viel erspart geblieben.“

Im Traum hat Brodowy schon einige Berufe ausgeübt. So wurde er zum Papst gewählt und gab sich selbst den Namen ,Heinz’, weil ihm dieser als erster in den Sinn kam. Als ,Heinz der Erste’ tritt er vor die Gläubigen und spricht mangels Textkenntnis den Segen „Grobi und Gabi“ – während sein Handy mit „Highway to hell“ klingelt.

Mangelte es ihm für diese Aufgabe an Bildung? So plagt den Kabarettisten schließlich der Albtraum, er sei nun doch Lehrer geworden. Als solcher muss er gleich an seinem ersten Arbeitstag Vertretung in Mathe absolvieren. Er stellt den Schülern und Schülerinnen die unlösbare Aufgabe: Wie kommt es, dass an x-Schulen von je 100 Stunden je 5 Stunden ausfallen und wir trotzdem von einer hundertprozentigen Unterrichtsversorgung sprechen? Schnell muss er auch den Rütli-Schwur an der Schule leisten: Schnauze sonst Fresse.

Für erfreulich hält Brodowy, dass im Mittelpunkt des neuen Abiturs die Kompetenzentwicklung der Schüler und Schülerinnen steht. Denn Kompetenz heißt wörtlich „an einem Strang ziehen“ – ein lobenswertes Ziel. So betrachtet sei die Kultusministerkonferenz allerdings völlig inkompetent, denn dort zöge man garantiert nicht an einem Strang. „Das ist doch eher ein Curriculum. Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz“.

Energisch verlangt er vom Rektor eine Erklärung, was denn nun die ‚Selbstverantwortliche Schule’ konkret bedeute. „Bei gleicher Arbeitszeit mehr Arbeit für den Rektor. Die Schulbehörde hat dafür mehr Zeit, sich lustige Sachen auszudenken“, so die Antwort. Und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder flüstert ihm ins Ohr: „Ich habe es doch immer gesagt - alles faule Säcke.“

Dass Bildung wichtig ist, um im Leben bestehen zu können, fasste er in einem Witz zusammen: „Immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet, weil Sie gleichzeitig die Tasten ALT und ENTFERNEN drücken.“

Mit einem breiten, aber auch nachdenklichen Lächeln entlässt Brodowy die Synode in die Arbeit zum Schwerpunktthema „Bildung“.