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Bild: Jens Schulze

Synode hat Beratungen über zukünftige Perspektiven kirchlicher Arbeit aufgenommen

Bericht 23. November 2005

Als Vorsitzender des Perspektivausschusses hat Rolf Bade (Hannover) zu Beginn der Beratungen deutlich gemacht, dass Strukturanpassungen unausweichlich seien. Der Ministerialrat dankte allen Ausschüssen dafür, dass sie mit Intensität und Verantwortungsbewusstsein die mehr als 120 Anträge, Eingaben und Stellungnahmen, die seit der Frühjahrssynode eingegangen waren, beraten hätten. „Der Konsens in der Synode über das, was Kirche in Zukunft sein wird und sein soll, ist hoch.“

Für die „Gruppe Offene Kirche“ (GOK) machte deren Vorsitzender, der Wolfsburger Redakteur Jörn Surborg, deutlich, dass es bei den anstehenden Beschlüssen nicht vorrangig um das Sparen gehen könne, sondern ein Perspektivwechsel nötig sei. Die finanziell knapper werdenden Mittel „bieten auch die Chancen, neue Wege zu beschreiten.“

In der Aussprache votierte Petra Wallmann, Superintendentin in Walsrode, für eine auch in Zukunft gut ausgebildete kirchliche Mitarbeiterschaft. Eine profilierte Aus- und Fortbildung koste aber eben auch Geld: Kürzungen im Bereich des Pastoralkollegs sowie der Fortbildung in der ersten Amtsjahren (FEA) in Höhe von 15 % wären durch eine Erhöhung der Teilnehmendenbeiträge sowie weitere Einsparungen zu bewältigen, ohne diese wichtige Arbeit zu gefährden. Eine auch im Raum stehende Kürzung um 25 % sei dagegen nicht vertretbar. Daneben plädierte sie dafür, das Göttinger Studienhaus am Kreuzberg, in dem neben der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG) auch das Gerhard-Uhlhorn-Konvikt sowie das Kontaktstudium untergebracht ist, nicht zu schließen: „Für die Präsenz der Kirche gerade an einer Universität braucht es einen Ort.“

Jan Hermelink, Theologieprofessor aus Göttingen, unterstrich diese Ausführungen, indem er darauf hinwies, dass eine Kürzung der Zuschüsse für das Studienhaus am Kreuzberg um 50 % möglich, eine komplette Schließung des Hauses für ihn aber nicht denkbar sei.

Für eine Weiterführung der an der ostfriesischen Heimvolkhochschule Potshausen stattfindenden Schulkurse setzte sich der Synodale Hans-Hermann Woltmann aus Ostrauderfehn ein. In ihnen könnten Jugendliche, die sonst wenig Perspektiven hätten, ihren Haupt- oder Realschulabschluss machen. „Das ist eine Arbeit in praktischer Nächstenliebe.“

Bericht des Perspektivausschusses (Aktenstücke 98, 98A) im Original