Landesbischöfin hält zur Lutherbibel

Bericht

Im Streit um die ökumenische Bibelübersetzung, die sogenannte Einheitsübersetzung, betonte Landesbischöfin Margot Käßmann in ihrem Bericht vor der Landessynode die Bedeutung der Lutherbibel für die evangelische Kirche. Nachdem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Beteiligung an einer neuerlichen Revision zurückgezogen habe, könne man auch gut mit konfessionell unterschiedlichen Bibeln leben.

Käßmann: „Ehrlich gesagt, finde ich es letzten Endes nicht so schlimm, zu sagen, es gibt eine katholisch geprägte Übersetzung und eine lutherische.“ Die Menschen vor Ort würden sicherlich pragmatisch entscheiden, welche Bibel zu benutzen sei, so die Bischöfin weiter. Allerdings könne sie sich eine evangelische Kirche ohne Luthertexte kaum vorstellen. Oratorien, Bach oder Mendelssohn hätten Luthers Bibelsprache nachhaltig transportiert. „Nehmen wir als Beispiel Psalm 23 oder auch Lukas 2. Das sind tief verwurzelte Texte, diese Sprache hat für uns besondere Bedeutung“, so Käßmann. Sie sei zuversichtlich, dass der Rückzug der EKD keinen nachhaltigen Schaden erzeuge.

Die römisch-katholische Instruktion „Liturgiam authenticam“ über den „Gebrauch der Volkssprache bei der Herausgabe der Bücher der römischen Liturgie“ aus dem Jahre 2001 sieht eine „katholische Identität“ in der Bibelübersetzung vor. Dies solle durch die Übereinstimmung mit der Lehrmeinung der Kirche und durch den Bezug zur offiziellen lateinischen Bibelversion, der Nova Vulgata, erreicht werden. Eine durch den Sprachgebrauch mögliche Verwechslung der römisch-katholischen Kirche mit nichtkatholischen Kirchen solle dadurch vermieden werden.

Die Einheitsübersetzung ist eine Bibelübersetzung, die für die katholischen Gemeinden deutscher Sprache in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein Geltung hat.
Bei der vorangegangenen Revision hatte sich die EKD an der Übersetzung von Psalmen und Neuem Testament beteiligt.