Preis für "Vergissmeinnicht"

Bericht 27. November 2012

Der Lüneburger „Vergiss mein nicht“-Gottesdienst für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ist von der Karl-Bernhard-Ritter-Stiftung – einer Einrichtung zur Förderung des Gottesdienstes - ausgezeichnet worden. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wurde den Verantwortlichen, Angelika Reitberger von der Lüneburger Alzheimer-Gesellschaft, Diakonin Antje Stoffregen und Nicolai-Pastor Eckhard Oldenburg am 28. November vor der in Hannover tagenden Landessynode überreicht. 

„Der Gottesdienst ist theologisch gehaltvoll und elementar zugleich“, würdigte Oberkirchenrat Stephan Goldschmidt das seit 2008 in Zusammenarbeit von Alzheimer Gesellschaft, Psychiatrischer Klinik und Nicolai-Gemeinde etablierte Projekt. Im Blick auf die Zielgruppe hob der Stiftungsvorsitzende „die elementare Sprache, die klare Struktur und die Wahl des Ortes im Erinnerungen weckenden Kirchenraum“ hervor.

Der prämierte, am 9. Oktober 2011 in St. Nicolai gefeierte Gottesdienst hatte das Symbol der Hand zum Inhalt. Auch diejenigen, die mit dem Vergessen kämpfen, seien in die Hand Gottes geschrieben und darum nicht vergessen, lautete die Botschaft in Auslegung von Worten aus dem Prophetenbuch Jesaja.

In ihrer Laudatio erinnerte Inken Richter-Rethwisch vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland an die 1,2 Millionen Demenz-Kranken in Deutschland. Sie suchten nach Orientierung, Sicherheit und Geborgenheit. Über trennende Grenzen hinweg könnten Demenz-Kranke im Gottesdienst „Beheimatung“ erfahren, sagte die Oberkirchenrätin. Zudem würden auf die Weise nicht von Demenz Betroffene sensibilisiert, sagte die Laudatorin.

Als Seelsorgerin in der Psychiatrischen Klinik hat Antje Stoffregen die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit und ohne Demenz durch anschauliche, sinnliche und stärkende Gottesdienstelemente angesprochen werden. Ihr gehe es darum, „Potentiale zu entdecken und zur Wirkung zu bringen“, erläuterte die Diakonin ihre Gestaltungsidee. Sie hoffe, dass das Gottesdienst-Modell „Vergiss mein nicht“ Verbreitung finde, sagte Antje Stoffregen.