Evaluation des EMSZ

Bericht 28. November 2012
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Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt.   Bild: Jens Schulze

"Wir haben einen ganz wichtigen Schritt in der Kommunikationsarbeit getan. Wir sind aber noch längst nicht da, wo wir hinmüssen", sagte der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes Arend de Vries am Donnerstag vor der Landessynode, als er einen Zwischenbericht zur Evaluation des Evangelischen MedienServiceZentrums (EMSZ) gab.

De Vries machte keinen Hehl daraus, dass sich der "runde Tisch Öffentlichkeitsarbeit" mit der Idee eines Evangelischen MedienServiceZentrums noch etwas Größeres vorgestellt hatte. Umgesetzt sei jetzt das "kleine EMSZ" als unselbständige Einrichtung der Landeskirche mit den Abteilungen Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Internetarbeit.

Im Sommer 2010 sei die Arbeit in den Räumen der früheren Informations- und Pressestelle in der Brandtstraße aufgenommen worden. Die Pressestelle wurde aus diesem Zusammenhang herausgelöst und als Stabsstelle etabliert. Es gehe darum, den publizistisch-missionarischen Auftrag der Kirche in die Welt zu bringen, und zwar crossmedial, intern und extern. Die Aktivitäten der Kirche in diesem Bereich sollten mit Synergie-Effekten gebündelt und die Kommunikationsarbeit professionalisiert werden. Schnittstellen zu anderen Einrichtungen sollten auf- und ausgebaut und der Servicegedanke der Landeskirche gestärkt werden.

Nach zwei Jahren hat eine Agentur nun im Auftrag der Landeskirche in einer Evaluation Arbeitsweise und Arbeitsformen der drei Abteilungen und die Schnittstellen zu vielen anderen Einrichtungen untersucht.  "Wir haben mit diesen drei Abteilungen eine richtig gute Öffentlichkeitsarbeit" sagte de Vries unter Beifall.

Fundraising-Materialen aus der Hannoverschen Landeskirche würden bundesweit immer wieder angefragt. Die Öffentlichkeitsarbeit sei hervorragend vernetzt und habe die neue Bildmarke der Landeskirche einführt. Der Internetabteilung sei "ein Quantensprung" in den letzten zwei Jahren gelungen. Alles werden geleitet von Direktor Hans-Christof Vetter mit "vielen, vielen Ideen".

Das EMSZ agiere mit vielen Partnern, die eine andere Struktur hätten, so mit dem Lutherischen Verlagshaus, dem Verband Ev. Publizistik, und dem Ev. Kirchenfunk (ekn) mit jeweils anderen Gesellschaftern mit unterschiedlichen Organisationsformen, sagte der leitende Geistliche weiter. Einerseits sei es gut, dass man mit einem Direktor ein personales Dach über dem Ganzen habe. Andererseits gebe es mit unterschiedlichen Interessen "zum Teil Möglichkeiten der inneren Zerrissenheit".

Mit der Einrichtung des EMSZ sei der Landeskirche durch die damit verbundene Bündelung ein Schritt zur Professionalisierung gelungen. Der Internetbereich wurde deutlich gestärkt und der Service habe sich deutlich verbessert.

Es fehle aber eine Rollendefinition des EMSZ und ein in sich geschlossenes Kommunikationskonzept, Verantwortlichkeiten seien nicht immer klar definiert und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen müsse optimiert werden, sagte de Vries.

Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit seien heute nicht mehr so deutlich zu trennen wie in den 80er Jahren. Es müsse geprüft werden, welche Parallelstrukturen abgebaut werden und wie EMSZ und unselbständige Einrichtungen im Bereich Internet zusammenarbeiten oder kooperieren können und ob es kostenpflichtige Leistungen geben könne. Eine deutliche Schwäche sei, dass das EMSZ in unterschiedlichen Gebäuden räumlich getrennt und die Zusammenarbeit dadurch deutlich erschwert sei.

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Jörn Surborg (Wolfsburg) meldet sich als Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeit, Medien und Kultur zu Wort.   Bild: Jens Schulze

Jörg Surborg (Wolfsburg) als Vorsitzender des synodalen Ausschusses für Medien, Öffentlichkeit und Kultur sagte in der Debatte: Diese Evaluation sei ein Steuerungsinstrument und der Zeitrahmen für das Zwischenfazit richtig. Auf seine Initiative beschloss die Synode, dass das Landeskirchenamt und das Kuratorium des EMSZ dem synodalen Öffentlichkeits- und Finanzausschuss die Ergebnisse vorstellen. Dieser solle sie dann der Landessynode im Frühjahr vorlegen.

So könnten sich Aufgaben für die 25. Landessynode ergeben, so Surborg.
Vieles sei ausbaufähig. "Wir haben damals am runden Tisch mehr geträumt. Wir werden nicht aus dem Blick verlieren, wie gelebte Kirche medial in die Welt zu bringen ist", sagte Surborg abschließend.