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Bild: Jens Schulze

Lebens(t)räume

Bericht 25. November 2008

Bericht von Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track zur Situation der Jugendarbeit

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Wecnke Breyer aus Hannover macht darauf aufmerksam, dass die Wirklichkeit von Jugendarbeit in den Statistiken der EKD nicht mehr erfasst wird.

Ziel der landeskirchlichen Arbeit muss es sein, Kindern und Jugendlichen „gute Räume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit und zur Gestaltung ihres Lebens anzubieten“. Zugleich gehe es angesichts weltweiter Krisen wie auch persönlich schwieriger Situationen darum, Kindern und Jugendlichen von der biblischen Botschaft getragene Lebensträume zu ermöglichen. Dies ist das Fazit des Berichts zur Situation der Jugendarbeit in der Landeskirche in Anlehnung an den aktuellen Berichtstitel der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland: „Lebensträume – Lebensräume“.

Der von Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track eingebrachte Bericht präsentiert eindrucksvolle Zahlen: So gab es laut EKD-Statistik im Jahr 2006 742 Kinderbibelwochen mit rund 35.000 Teilnehmern außerdem fand in knapp 45 Prozent der Kirchengemeinden regelmäßig ein Kindergottesdienst statt.

Eine aktuelle Umfrage ergibt in der Landeskirche gegenwärtig 1.919 Jugendgruppen für Konfirmierte, 224 Jugendgruppen für junge Erwachsene ab 18 Jahre. Die Angebots- und Themenvielfalt reicht von Mitarbeiterschulungen über Jugendkreuzwege, Sommerferienaktionen, Theaterprojekte, Angebote in Schulen und vieles mehr bis hin zu Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit oder Internationalen Jugendbegegnungen.

In ihrer Einbringungsrede sprach Gäfgen-Track von acht Herausforderungen. So müsse die kirchliche Jugendarbeit zum Beispiel eine Antwort auf das so genannte „Social Patchworking“ finden – die Tendenz heutiger Jugendlicher, ihren persönlichen Glauben aus Glaubensinhalten unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen zusammenzusetzen.

Die Weiterentwicklung der Schule zum „Lebensort“ fordere von der Kirche neue Modelle. Angesichts der Tatsache, dass heute die Mehrzahl der an der kirchlichen Jugendarbeit teilnehmenden Jugendlichen weiblich sei, stelle sich die Frage: „Wie erreichen wir Jungen und junge Männer?“ Eine sozialdiakonische Herausforderung sei die Kinderarmut.

In der anschließenden engagierten Aussprache wurde unter anderem der Antrag gestellt, die Gründung eines Ferienwerkes für Jugendliche zu prüfen und die statistische Umfrage der EKD so zu verändern, dass sie die Wirklichkeit von Jugendarbeit besser erfasst.