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Bild: Jens Schulze

Kirchliche Bestattungen. Zentrale Meldestelle für evangelische Verstorbene gefordert

Bericht 26. November 2008
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Kirche und Gesellschaft tragen eine gemeinsame Verantwortung für menschenwürdige Bestattungen. In dem Sinne sollten Kirchenkreise und Gemeinden das Gespräch mit Bestattern, Friedhofsverwaltern, Mitarbeitern von Sozialämtern und anderen mit Bestattungsfragen befassten Gruppen suchen. Diese Empfehlung gab die Landessynode im Anschluss an den Bericht des Gemeindeausschusses zur kirchlichen Bestattung evangelischer Verstorbener, der von Superintendent Gerd Bohlen (Rhauderfehn) gegeben wurde.

Hintergrund der Thematik ist die statistische Tatsache, dass rund zehn Prozent der evangelischen Verstorbenen nicht kirchlich bestattet werden. Gegenüber 1990 bedeutet diese Zahl eine Steigerung um sechs Prozent. Zu den Gründen zählt der Bericht den Wunsch vieler Hinterbliebener nach einem „kleinen Rahmen“. Zudem würden angemessene Trauerfeiern vermehrt durch die Bestattungskosten verhindert. Schließlich orientierten sich die von der Sozialhilfe finanzierten Bestattungsformen an der kostengünstigsten Alternative.

Nach Auskunft des Landeskirchenamtes bestehe für die Kirche kein Rechtsanspruch auf die Benachrichtigung vom Tod eines ihrer Mitglieder. Gesetzliche Änderungen seien nicht zu erwarten. Eine Einschätzung, die den Synodalen Propst Wolf von Nordheim (Uelzen) zum Widerspruch herausforderte: Das Recht eines evangelischen Kirchengliedes auf eine kirchliche Bestattung berühre das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Religionsausübung. Daraus ergebe sich eine Informationspflicht der staatlichen Stellen.

Damit eine Bestattung nicht an organisatorischen Hürden scheitert, regt die Synode eine zentrale Meldestelle auf Kirchenkreisebene an. Bestatter, Krankenhäuser und andere könnten den Tod eines Kirchengliedes dorthin melden, falls sie das zuständige Pfarramt nicht kennen.

Eine vom Landeskirchenamt herausgegebene Handreichung zur Bestattung für Pfarrämter und Kirchenvorstände „…so sterben wir dem Herrn“ vertiefe die aufgeworfenen Fragen. Sie werde in diesen Tagen an die Kirchengemeinden versandt.