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Bild: Jens Schulze

Doppik oder erweiterte Kameralistik?

Bericht 25. November 2008

Synode diskutiert über Einführung eines neuen Rechnungswesens

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Juristischer Vizepräsident Dr. Rolf Krämer.

Derzeit erproben sechs Kirchenkreise der Landeskirche die kaufmännische Buchführung, die sogenannte Doppik. Das Ziel soll die Ablösung der bisherigen Kameralistik in der gesamten Landeskirche sein.

Der Vorsitzende der Gruppe Offene Kirche (GOK), Jörn Surborg, ging auf kritische Stimmen gegen die Einführung eines neuen Rechnungswesens ein. Er stellte zugleich klar, dass es keine sinnvolle Alternative gäbe. Auch ein Moratorium lehnte er ab: „Das wäre in dieser Phase eine Rolle rückwärts“. Aber die Argumente, die jetzt gegen die Doppik vorgebracht würden, seien ernst zu nehmen, so Surborg. Eine Reform in diesem Bereich sei nicht von oben herab möglich, sondern nur mit guten Argumenten. Probleme der kurzfristigen finanziellen Mehrbelastungen der Kirchenkreisämter, Schwierigkeiten bei der Berechnung von Beratungsleistungen und der Umgang mit finanziellen Defiziten seien offen zu diskutieren.

Superintendent Christian Sundermann rechtfertigte die Kritik an einer vorschnellen Einführung der doppelten Buchführung und wies darauf hin, dass sich der gesamte Sprengel Hannover darin einig sei. Man sollte die Testphase verlängern und ergebnisoffen halten.

Der für Finanzen zuständige Juristische Vizepräsident Dr. Rolf Krämer betonte, dass die Kirche mit der jetzigen Kameralistik auf Dauer nicht bestehen könne. “Wir brauchen ein neues Rechnungswesen.“ Gründe dafür seien, dass etwa Finanzvorgänge von Diakonie-Stationen oder Altenheimen jetzt schon nach der Doppik abgerechnet würden. Zudem sei eine bessere Finanzsteuerung möglich. Eine Erweiterung der bisherigen Kameralistik lehne er ab, da diese in wenigen Jahren doch auf die kaufmännische Buchführung umgestellt werden müsse. Die Kameralistik basiere auf einer einseitigen Bedarfsermittlung der Finanzen, in der Doppik würden Einnahmen und Ausnahmen transparent gegeneinander aufgerechnet. Die geplante Umstellung kostet die Landeskirche rund 10 Millionen Euro.