Kalenderblatt vom 27. April 2019

Losung

Wir demütigen uns vor unserm Gott, um von ihm den rechten Weg zu erbitten.

Esra 8,21

Lehrtext

/Jesus spricht:/ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Johannes 14,6

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 21. April 2019 bis Samstag, 27. April 2019

Wochenspruch

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1, 18)

Feiertag

Tag der Auferstehung des Herrn

Erklärung

Christen jubeln wieder: „Halleluja“ und „Ehre sei Gott in der Höhe“ erschallen am Ostermorgen in den Gottesdiensten. Das Licht einer Osterkerze durchbricht die Finsternis, ihr Licht verbreitet sich mit den Kerzen der Gottesdienstbesucherinnen und –besucher in der Osternacht. Es darf gelacht werden über den Tod. Der alte Ostergruß kündet die aktuelle Nachricht: „Er ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Dies ist auch die einhellige frohe Botschaft der Evangelisten in ihren durchaus unterschiedlichen Erzählungen zum Ostermorgen, ein Geschehen, das den menschlichen Horizont übersteigt. Doch gerade deswegen ist dies zentrale Glaubensaussage für Christen und darum Ostern das wegweisende Fest: Gott hat die Grenzen aufgehoben, die der Tod setzt.
Nicht nur die Evangelien und die Geschichten vom Erscheinen des Auferstandenen unter seinen Freundinnen und Freunden sind darum als gottesdienstliche Texte zu hören. Es wird erinnert: Wo das Wasser des Roten Meeres eine Barriere schien, machte Gott den Weg frei. Wo Menschen von Unfruchtbarkeit sprachen, brachte die Frau Hanna ein Kind zur Welt. Wo zwei Freunde Jesu all ihrer Hoffnungen beraubt wieder den Weg in ihr altes Leben angetreten hatten, spürten sie plötzlich wieder ihn als Hoffnung an ihrer Seite.
Der Ostermorgen war ursprünglich der Tauftermin der Christen, unmittelbar mit der Botschaft des Osterfestes verbunden: Untertauchen in den Tod, aber den Fluten wieder entkommen.
Aus ursprünglich einer ganzen Festwoche sind zwei Feiertage erhalten. Während dieser Woche, bis zum kommenden Sonntag trugen die Getauften ihre weißen Taufkleider. Der Sonntag nach Ostern erhielt deswegen auch die Bezeichnung „Weißer Sonntag“.

 

Thema

Sieg über den Tod

1. Thess 4, 13-18 (Osternacht) und Joh 20, 11-18 (Ostersonntag)

13 Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen über die, die da schlafen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben.

14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen.

15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zum Kommen des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind.

16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst.

17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit.

18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Andacht der Woche

Schlüssel zu Ostern


Ostern ist das wichtigste kirchliche Fest. Die Botschaft von der Auferstehung des Gekreuzigten bildet die Grundlage für den christlichen Glauben. Dennoch ist manchen dieses Fest fremd geworden. Würde uns ohne Ostern etwas fehlen? Ich meine: Ja. Ohne Ostern wäre unser Glaube arm und auch unser Leben um vieles ärmer.

Aber der Reihe nach. Was macht Ostern so wichtig und einzigartig für uns Christen? In der ältesten Ostererzählungen nimmt uns der Evangelist Markus mit auf einen Weg, der mit tiefer Trauer dreier Frauen beginnt. Sie gehen zum Grab Jesu. Sie haben wohlriechende Öle dabei und wollen den Leichnam salben, wie das Brauch ist. Wollen nachholen, was sie am Abend des Karfreitag, dem Beginn des Sabbat, nicht mehr tun konnten.

Je näher sie dem Grab kommen, desto unentschlossener werden sie. Wer wird für sie das Grab öffnen und den großen Stein wegwälzen, der es verschließt? Eigentlich eine praktische Alltagsfrage, wie man sie Friedhofsgärtnern stellt. Aber die geöffnete Grabstätte wird zum ersten Zeichen der Auferstehung. Der Stein ist bereits weggerollt und das Grab ist leer. Der Leichnam, den die Frauen salben wollen, liegt nicht mehr dort, wo man ihn drei Tage vorher hingelegt hatte. Stattdessen erscheint ihnen ein Engel und sagt: „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Und was machen die Frauen? Sie können das zunächst gar nicht glauben. Und freuen können sie sich erst recht nicht. Sie sind verwirrt und fliehen kopflos von der Grabstätte. Markus beendet sein Osterevangelium mit Worten, die auf den ersten Blick nicht nach Ostern klingen: „denn sie fürchteten sich“.

Diese Worte sind so etwas wie ein Schlüssel, um Ostern zu verstehen. Mit Ostern ist nicht einfach alles gut. Die Trauer wird nicht bruchlos zur Freude. Mit Ostern tritt etwas anderes an die Stelle des Alten. Bisher für richtig gehaltene Wahrheiten werden in Frage gestellt. Das bekannte Muster, dass das Leben vom Tod begrenzt ist, wird gebrochen. Aber nur durch das Infragestellen unhinterfragter Gewissheiten kommen wir in unserem Leben und in unserem Glauben voran.
Viele Gemeinden in unserem Sprengel Hildesheim-Göttingen nehmen die von den Frauen angelegte Tradition auf. Sie versammeln sich am Ostermorgen auf den Friedhöfen und singen fröhlich, mutig und trotzig das alte Osterlied „Christ ist erstanden!“

Wer an Gott glaubt, darf damit rechnen, dass Gott anders handelt, als wir denken. Die Frauen finden am Grab nicht den Leichnam, den sie gesucht haben. Aber sie finden zu einem neuen Glauben. Sie beginnen in Jesus den Christus zu sehen, der von sich sagt: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offenbarung an Johannes 1,18).

Landessuperintendent Eckhard Gorka

Liturgische Farbe

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Weiß als ungebrochenes Licht, als Vereinigung aller Farben, als Farbe von Reinheit und Unschuld bestimmt die Christusfeste (Ostern, Weihnachten) und die Sonntage des Göttlichen Gegenwart (Epiphanias, Trinitatis)

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Klaus Böllert

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Morgenandacht

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Es geschieht viel, wenn man sich in die Stille wagt. Zuerst wird nur die innere Unruhe spürbar, die wir oft gar nicht mehr wahrnehmen. Die Morgenandacht von Melanie Kirschstein.

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Wochenspüche in Gebärdensprache

Wochenlied

Christ lag in Todesbanden (EG 101)