Kalenderblatt vom 14. Juni 2019

Losung

Abrahams Knecht schwieg still, bis er erkannt hätte, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht.

1. Mose 24,21

Lehrtext

Geduld habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.

Hebräer 10,36

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 09. Juni 2019 bis Samstag, 15. Juni 2019

Wochenspruch

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach 4, 6)

Feiertag

Pfingstsonntag (Tag der Ausgiessung des Heiligen Geistes)

Erklärung

Verstehenshilfe, Beistand, Neuorientierung, das brauchten die Freunde und Freundinnen Jesu. Nicht anders wir heute. Die Freude zu Ostern ist groß, aber kaum zu verstehen. Jesus ist nicht mehr greifbar. Wo sollen wir jetzt wie anfangen? Was fortsetzen? Das Tun braucht immer wieder neue Motivation, weil es manchmal vergeblich scheint.
Gott will Kraft zu all dem geben, Kraft vergleichbar mit einem Wind, der in Bewegung setzt, vergleichbar mit einem Feuer, das entflammt. Die Geschichte, mit der der Evangelist Lukas in seiner Apostelgeschichte das Geschehen am Pfingsttag in Jerusalem schildert, benutzt diese Bilder. Die Freundinnen und Freunde Jesu spüren diese Kraft.
An beiden Pfingsttagen feiern Christen das Ende Osterzeit und bemerken: jetzt sind wir gefragt. Aber nicht ohne Gottes Hilfe, nicht ohne die Kraft seines Geistes.
In vielen Gemeinden erinnert man sich der Einigkeit im Geist und feiert am Pfingstmontag ökumenische Gottesdienst.

Thema

Ausgiessung des Heiligen Geistes

Joh 14, 15-19(20-23a)23b-27

15 Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.

16 Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit:

17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

18 Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.

 19 Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.

 23 Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.

25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin.

26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

27 Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

 

Andacht der Woche

Geistreich - wunderbar

Stellen Sie sich einmal vor: Frühsommer, gute Laune, alle sind aus dem Winterschlaf erwacht und die Gemeinde pulsiert. Heute hat sie zu einer kleinen Familienwanderung eingeladen. Es geht zur Ruine des alten Turms. Er liegt weit vor dem Ortsschild. Heute kann sich kaum noch jemand an die Erbauer erinnern, die einst den kühnen Plan hatten, den Himmel zu erreichen. 

Vor drei Jahren hatte jemand die Idee, die Turmruine in die Pfingstwanderung einzubeziehen. Nun hat sich eine feste Liturgie gebildet. Die alte Geschichte vom Turmbau wird mit ernsten Worten erzählt. Fremd klingt sie und so weit weg. Doch der Turm ist da. Kinder laufen durch die Ruine. Und dann geht es los mit bunten kleinen Windmühlen, guten Gesprächen und viel Gelächter.

An der Kirche angekommen stecken die Kinder ihre Windmühlen zu einem großen Kreis. Alle setzen sich, die Altarkerzen brennen. Doch etwas stört. Von fern rauscht die neue Datenautobahn. Sie führt um das Dorf herum, verästelt sich an manchen Stellen auch und und durchbricht das Zusammenleben im alten Dorfkern. Immer herrscht dort dichter Verkehr: Wortfetzen, Gesang, Quietschen, Schüsse - alles vermischt sich zu einem lauten Rauschen. Das bleibt hörbar, auch jetzt, wenn der Gottesdienst beginnt.

Pfingsten ist für mich das „Einander-Verstehen“ und „Aufeinander-Eingehen“ auferstanden. Dabei ist die Zeitspanne vom Turmbau zu Babel nicht in Jahrhunderten zu messen, sondern an meiner eigenen Biographie. Irgendwo liegen die Ruinen einer missglückten Selbstverwirklichung: Ich habe viel gearbeitet und geredet und bin dabei ganz und gar nicht glücklich geworden. Nun, auf dem Weg zum neuen Leben, der Wiese neben der Kirche ist der Alltag hier und jetzt deutlich zu hören. Die vielen Mails, die unbeantworteten Briefe, mancher Streit aber auch viele kleine Problemlösungen. Schlechte aber auch gute Geräusche. Das alles umgibt mich.

Mittendrin aber, über die Frühsommerwiese neben der Kirche weht Gottes Geist. Er ist leiser als das Rauschen der Datenautobahn und leistet es sich sogar, langsamer zu sein. Hier und da bleibt er sogar stehen und macht sich einen Spaß daraus, einmal durch die ganze Runde der bunten Windmühlen zu pusten.

Ein bisschen verrückt. JA, auch das. Geistreich, wunderbar, Pfingsten.

Kay Oppermann, Pastor

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Rot - Bild von Erich Grün

Rot als Farbe der Erde, des Feuers und des Blutes bestimmt die Sonntage des Heiligen Geistes (Pfingsten), der Kirche (z.B. Reformationsfest,(..) Konfirmation) und der Märtyrer (zB. Johannistag oder Peter und Paul)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

 

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Radiopastor Matthias Bernstorf.

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Wochenspüche in Gebärdensprache

Wochenlied

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126)