Kalenderblatt vom 18. September 2018

Losung

Rede, HERR, denn dein Knecht hört.

1.Samuel 3,9

Lehrtext

Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch.

1.Johannes 2,24

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 16. September 2018 bis Samstag, 22. September 2018

Wochenspruch

Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim 1, 10b)

Feiertag

16. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Wie oft stoßen wir Menschen an unsere Grenzen. Wir fühlen uns eingeengt, wir scheitern, wir müssen aufgeben. Der Tod bedroht und begrenzt unser Leben. Die biblischen Texte am 16. Sonntag nach Trinitatis berichten davon, wie unsere Grenzen aufgebrochen werden bis dahin, dass Jesus den Tod besiegt.

Thema

Das Unvergängliche

Apg 12, 1-11

1. Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln.

2 Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.

3 Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote.

4 Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Abteilungen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Passafest vor das Volk zu stellen.

5 So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.

6 Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis.

7 Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.

8 Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir!

9 Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass das wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine Erscheinung zu sehen.

 10 Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse weiter, und alsbald verließ ihn der Engel.

11 Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk erwartete.

Andacht der Woche

Freiheit ist die einzige, die zählt.

Ich fahre nach einer schweren Sitzung durch die wunderbaren Hügel und Berge nach Hause. Im Radio singt Marius Müller-Westernhagen „Freiheit, Freiheit, ist die einzige, die fehlt". Ich singe laut mit. „Freiheit, Freiheit, ist die einzige, die zählt". Er hat es gleich nach der Wende komponiert und gesungen. Die Eisentore in der Mauer hatten sich geöffnet, Stacheldroht wurde eingerollt, Tausende tanzten auf der Mauer. Freiheit. Ein großes Fest im ganzen Land.

Wunderbar ist die Freiheit.

Die äußere Freiheit und die innere.

Der Apostel Petrus ist um seines Glaubens willen in Haft genommen. Jakobus und Johannes hat Herodes schon durch das Schwert töten lassen. Er hält den Finger in den Wind und testet aus, ob es dem Volk gefällt, die Christen zu töten. So lässt er auch Petrus einsperren. Von der Befreiung des Menschen durch Jesus Christus hatte der Jünger gepredigt. Herodes ahnt die politische Kraft seiner Worte. 16 Soldaten bewachen den waffenlosen Fischersmann im Gefängnis in Jerusalem. Aber es nützt nichts, bald ist er frei.

Er hat die Botschaft seines Herrn verstanden und verinnerlicht:

Ich muss mich nicht selbst beweisen. Ich muss mich nicht selber rechtfertigen. Ich muss nicht um Anerkennung buhlen, ich bin geliebt. Ich bin ein bedürftiges Wesen, und das ist gut. Ich muss mich nicht anstrengen, in den Himmel zu kommen. Ich bin schon im Himmel. Alles ist für mich getan. Da kann ich mich drin niederlassen und alles baumeln lassen. Kein Mensch nimmt mir diese innere Haltung und Gewissheit. Kein Diktator, kein Gefängnis, keine Macht dieser Welt.

Freiheit ist wunderbar. Sie wird geschenkt. Petrus schreitet durch die erste und zweite Wache und durch das eiserne Tor in die Stadt hinaus und kann es erst allmählich glauben.

Was ist geschehen? Die Gemeinde hat für ihn gebetet. „Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott".

Der Kopf mag es nicht glauben. Aber es geschieht zwischen Himmel und Erde, was unseren engen Horizont des Begreifens übersteigt. Wenn ein Mensch sich dem anderen zuwendet und es vor Gott trägt, dann kommt etwas Drittes hinzu, was er nicht selber gemacht hat.

Im Gefängnis stößt Petrus ein Engel in die Seite, weckt ihn und spricht ihn an. „Steh auf!" Steh auf, so heißt es immer, wenn Menschen aufbrechen, in die Freiheit, in die Zukunft. Eine Auferstehungs-Erfahrung. Wie der Engel am Ostermorgen am Gefängnis des Grabes sitzt und spricht: „Geht hin". Und Petrus lässt sich durch den Engel hinaus führen.

Wir können diese wunderbare Geschichte von Petrus, dem Engel und seiner Befreiung nicht hören, ohne an die vielen Menschen zu denken, die sich zu Christus bekennen und in dieser Stunde in einem Gefängnis sitzen, bedroht oder gequält werden. Wir schließen sie in unsere Gebete ein in dem festen Glauben, dass die innere Freiheit in die äußere führt.

Amen. 

 

Superintendent i.R. Heinz Behrends

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

Moment Mal

Mediathekbild342 v quadratxl

Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Theresia Kraienhorst

Podcast abonnieren

Morgenandacht

Mediathekbild282 v quadratxl

Das Kreuz des Künstlers Tobias Haseidl sorgte in Göttingen für Aufregung. Schuld daran war eine besondere Sichtweise. Die Morgenandacht von Rüdiger Wala.

Podcast abonnieren

Wochenlied

O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113)

Video