Kalenderblatt vom 11. November 2018

Losung

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.

2.Mose 20,2

Lehrtext

Da gingen Paulus und Silas aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und als sie die Brüder und Schwestern gesehen und sie getröstet hatten, zogen sie fort.

Apostelgeschichte 16,40

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 11. November 2018 bis Samstag, 17. November 2018

Wochenspruch

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! (2. Kor 6, 2b)

Feiertag

Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres

Erklärung

Es gehört zu den größten Glaubensgewissheiten der ersten Christen, dass ein von Gott heraufgeführtes Ende allen Seins kurz bevor stehe. Diese Hoffnung wird mit dem Begriff 'Naherwartung' beschrieben. Es hat die Christenheit in eine tiefe Glaubenskrise gestürzt, dass sich diese Erwartung nicht erfüllt hat.
Im Laufe der Kirchengeschichte hat sich die Erwartung des Weltendes mit den Vorstellungen über das individuelle Lebensende vermischt. Davon geben die Bibeltexte des heutigen Sonntags Zeugnis. 

Thema

Der nahende Herr

Hiob 14, 1-6

1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 

2 geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 

3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst.

4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer!

5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann:

 6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.

Andacht der Woche

Am 11. November gibt es in diesem Jahr (mindestens) drei Anlässe, um über das Thema Frieden nachzudenken: 

Das 11. November ist der Martinstag. Der Namensgeber Martin von Tours lebte im vierten Jahrhundert. Er war der Sohn eines römischen Offiziers. Wie sein Vater wurde er Soldat.  Er gehörte zur Reiterei der Kaiserlichen Garde. Die Gardisten trugen über dem Panzer einen Überwurf aus zwei Teilen, eine Art Mantel. An einem Tag im Winter begegnet Martin am Stadttor einem armen, unbekleideten Mann. Martin teilt seinen Mantel mit dem Schwert und gibt eine Hälfte dem Armen. Martin wendet seinen Blick vom hohen Ross auf den Mann ganz unten. Er sieht: der friert. Und er fragt: was kann ich tun, dass es diesem Menschen jetzt besser geht?“. Frieden beginnt zwischen Menschen. Frieden beginnt mit dem genauen Hinschauen. Frieden beginnt mit dem Teilen der Güter, die wir haben.

Am 11. November vor 100 Jahren endeten mit der Unterzeichnung der Waffenstillstandserklärung die Kampfhandlungen der Erstens Weltkriegs. Zum Frieden zwischen Völkern gehören Absprachen und Verträge, an die sich alle halten und auf die sich alle Beteiligten verlassen können. Solche Verträge zu schaffen, ist harte Arbeit. Sie beginnt lange vor der Unterzeichnung eines Vertrages oder eines Abkommens. Sie beginnt mit offiziellen Gesprächen an Konferenztischen oder runden Tischen. Sie beginnt auch in vielen informellen Gesprächen auf Fluren und bei Empfängen. Das Handwerkszeug internationaler Friedensverhandlungen ist die Diplomatie. Vertrauen schaffen, einander begegnen, das Gespräch nicht abreißen lassen, geduldig sein, den rechten Moment abwarten und nutzen. Abwägen, was dem Ganzen dient, Lösungen suchen, bei denen alle das Gesicht wahren können. Den Frieden rechtlich verbindlich in einklagbaren Verträge schreiben. Beim Friedensschluss am 11.11. 1918 ist vieles davon nicht berücksichtig worden und nicht gelungen. Aus den Fehlern der Geschichte gilt es zu lernen.

In diesem Jahr beginnt am 11. November die Ökumenische Friedensdekade, die es in Deutschland seit Beginn der 80ger Jahre gibt. 10 Tage lang ermutigt die Friedensdekade im Monat November Gemeinden zum Gebet für den Frieden. Katholische, evangelische und freikirchliche Gruppen suchen, wie Frieden werden kann: zwischen Menschen, zwischen Völkern, mit der Erde, mit Gott. Denn wir wissen: der Frieden ist nicht selbstverständlich und er ist zerbrechlich. Wir gehen vorbei am frierenden Menschen, wir brechen Verträge und Absprachen im Kleinen wie im Großen. -Und mit den Waffen für den Krieg lassen sich verlässlich gute Geschäfte machen. 

Dagegen setzt die Friedensdekade das biblische Motto: „Schwerter zu Pflugscharen“: Ein Schmied haut aus einem Schwert eine Sichel. Mit der kann man den Acker pflügen. Das schafft Brot für alle und wehrt dem Hunger. Die Intention des Mottos lautet deshalb: Menschen, setzt euren Verstand dafür ein, Geräte und Technik zu schaffen, die dem Frieden dienen. Krieg und Waffen zerstören ein Land und bringen Menschen, Tieren, Pflanzen den Tod. Heute, im Jahr 2018 gibt es Waffen, die können ohne menschliches Zutun tausende Kilometer fliegen und zielgenau Menschen töten. Durch einen Klick an der Maus eines Computers. „Krieg 3.0“ nennt man das in der Computersprache. Nach dem Krieg 1.0 mit Schwertern wie bei Martin von Tours und dem Krieg 2.0. mit all den schrecklichen Waffen des Ersten und Zweiten Weltkrieges nun also Krieg 3.0. Niemand macht sich mehr die Finger schmutzig. Niemand kann zur Verantwortung gezogen werden. Das Sterben jedoch wird im Krieg 3.0. nicht weniger. Auf den Plakaten zur Friedensdekade sehen wir wie auf einem Computerbild kleine Kästchen/Pixel. Sie bilden Kreuze. Durch sie hindurch leuchtet die Erde. Zerkratzt wirkt sie, angeschlagen. 

Frieden braucht die ganze Schöpfung. Alles, was lebt, hat nur diesen einen Planeten. Ihn zu bewahren, ist das, was Gott uns anvertraut hat. Und wir sind nicht allein bei der Suche nach Frieden. Gott selber will Frieden. Gott schenkt uns seinen Frieden. Wir sind nicht allein auf der Erde. Tiere und Pflanzen sind mit uns. Der Friedensnobelpreisträge Albert Schweitzer hat einmal darauf hingewiesen, dass Tiere und Pflanzen keine Waffen außer ihrem „Körper“ haben. Das setzt dem Kampf ums Überleben deutliche Grenzen. Nur wir Menschen haben Waffen, die unsere kleine Kraft um ein Vielfaches übersteigert. Verwandeln wir diese Waffen in Werkzeuge, die dem Frieden dienen. Damit Menschen sicher wohnen und die Erde bleibt. Amen

Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf und Pastor Lutz Krügener

 

Biblischer Bezug: 

„An jenem Tage will ich einen Bund für sie schließen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und will sie sicher wohnen lassen.“    (Hosea 2,20)

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Susanne Richter

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In der Community of Hospitality in Atlanta leben Menschen aller Kulturen und sozialen Milieus gerecht zusammen. Die Morgenandacht von Claudia Aue.

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Wochenlied

Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152) und Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen (EG 518)

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