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Bild: jock und scott /photocase.com

Kinder beten

Ein Kind hat seine Hände gefaltet
Nicht nur die eigenen Worte werden zum Gebet. Bild: Jens Schulze

Welchen Platz das Beten im Leben eines Menschen einnimmt, entscheidet sich in der Kindheit. Allerdings sind die Anlässe und Augenblicke selten geworden, in denen Kinder beten oder mit Kindern gebetet wird. Ein Grund hierfür kann sein, dass auch bei Erwachsenen oft eine Unsicherheit im Umgang mit dem Beten herrscht.

Eine Schwierigkeit mag sein, dass ich mich im Gebet an Gott wende, der nicht sichtbar und nicht fassbar ist. Doch darin liegt auch die Chance: Ich vertraue darauf, dass er zuhört. Mit Kindern beten bedeutet also, Vertrauen zu wecken, dass sie sich Gott anvertrauen können. Dabei öffnet das Beten für sie die Zuversicht: Ich bin nicht allein auf mich selbst gestellt.

Diese Erfahrung beginnt bereits damit, dass Eltern, Großeltern, Erzieherinnen oder Mitarbeitende in der Gemeinde mit den Kindern beten.

Wenn Kinder beten, können sie aussprechen, was sie bewegt: ihre Freude und ihre Enttäuschung, ihre Ängste, ihren Dank, ihre Klage, ja sogar ihre Wut. Dahinter entsteht eine Hoffnung, dass doch etwas veränderbar ist, dass ich Gott etwas zutraue.

Beim Beten stehen nicht bestimmte Worte im Vordergrund. Gedruckte Kindergebete können eine Hilfe sein. Wichtiger ist, dass Kinder aussprechen, was ihnen am Herzen liegt. Das können in den Augen der Erwachsenen ganz banale Dinge sein, aber für die Kinder sind sie in diesem Augenblick von Bedeutung.

Das Gebet der Kinder oder mit den Kindern kann zu einem Ritual werden zum Beispiel vor dem Essen oder vor dem Einschlafen. Dieses Ritual des Betens führt die Kinder zunächst in die Stille. Das kann durch das Falten der Hände oder eine andere Gebetsgeste sein oder dadurch, dass eine Kerze entzündet wird.

Buchtipp

Brigitte Jünger/Maria Riederer
Gott spricht alle Sprachen
Kindergebete aus aller Welt

Claudius-Verlag München 2005
ISBN 3-532-623307