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Bild: Judywie / photocase.com 

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“

Nachricht 10. April 2012

Männer wollen einfach „nur mal hier sitzen“, Frauen nicht!

Pastor Kay Oppermann
Pastor Kay Oppermann

Mit philosophischen Anspruch und gleichsam resignierend stellt Vicco von Bülow den Satz „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“ an das Ende einer seiner genialen Gespräche zwischen „Ihm“ und „Ihr“. Mit großer Treffsicherheit nimmt der kürzlich verstorbene Komiker typische Eigenarten von Männern und Frauen aufs Korn, denen er nur eine Winzigkeit an Übertreibung hinzufügt.

Männer wollen bei ihm einfach „nur mal hier sitzen“ und Frauen interessiert, ob nun das blaue Kleid mit dem großen Ausschnitt oder doch lieber das grüne mit dem kleinen Schößchen angezogen besser aussieht.

Wer spricht schon mit einer Schlange?

Wie hat das alles angefangen? Im Paradies! Denn wenn Männer und Frauen so grundverschieden sind, ist das nach Meinung des biblischen Autors kein Gendefekt oder ein Evolutionsprozess mit neuen Errungenschaften und manchen Rudimenten. Nein, Adam und Eva haben typisch männliche und typische weibliche Eigenschaften. Eva kennt und erkennt den Garten besser. Während Adam manches noch nicht entdeckt hat, ist Eva bereits im ersten Gespräch und an der wichtigsten, wenngleich auch schicksalhaftesten Stelle des Gartens angelangt.

Ihre Gesprächspartnerin: Eine Schlange. Hier stellt der Autor keine historische sondern eine zeitlose Gesprächssituation dar. Denn, dass sich im Nachhinein herausstellt, ein vertrauliches Gespräch mit einer listigen Schlange geführt zu haben, kommt leider immer wieder vor.

Tapfer gesündigt?

Noch etwas ist prägend für diesen ersten Teil der Erzählung. Initiative geht vor allem von Eva aus. Adam tut das, was seine Frau ihm sagt. Es wird schon richtig sein, denn sie hat sich beraten lassen. Zu spät erkennt er: Selbst nachzudenken und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen ist auch im Paradies notwendig.

Adam sündigt nicht tapfer („pecca fortiter“, M. Luther, 1521) und hofft auf göttliche Nachsicht, sondern offenbart männliche Schwäche und Erklärungsnot. Die Strafen entsprechen alltäglicher Erfahrung beim Ackerbau und während der Schwangerschaft.

Von hier aus betrachtet gewinnt die Erzählung ätiologischen Charakter und benennt die Causa, den Baum der Erkenntnis, die Contributio, die Neugier und den Drang, das Verbotene zu tun. Das dritte formbestimmende Element der Ätiologie nimmt in der Paradieserzählung eine ganz besondere Rolle ein. Während im täglichen Leben nun oft nur Korrelationen benannt werden können, ohne fest Ursache und Wirkung zu bestimmen, setzen Adam und Eva einen klaren Anfang im einander nicht verstehen und sich gegenseitig beschuldigen. Auf diese Klarheit und Bedingungslosigkeit baut so mancher Witz über das Paradies auf.

Adam schreit Eva an: „Du bist immer anderer Meinung als ich!“ Eva: „Zum Glück, sonst hatten wir ja beide Unrecht“.

Pastor Kay Oppermann

Das Osterlachen

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Das Osterlachen bezeichnet ursprünglich den Brauch, in der Predigt an Ostern die Gottesdienstgemeinde zum Lachen zu bringen. In einigen Regionen war dies vom 14. bis 19. Jahrhundert fester Bestandteil des christlichen Brauchtums.

Der Grundgedanke des Osterlachens war, die Osterfreude zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig symbolisiert das Osterlachen die Überlegenheit und den Sieg über den Tod, der sich an Christus „verschluckt“ hat und der Lächerlichkeit preisgegeben ist. Mareike Bohrenkämper ist dem Lachen auf der Spur.