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spaßeshalber - Vom Ernst des Lebens und was man dagegen tun muss

Nachricht 09. April 2012

Der Ernst des Lebens?

Pastorin Stefanie Arnheim
Pastorin Stefanie Arnheim 

„Dann fängt der Ernst des Lebens an!“ Kennen Sie diesen Satz auch? Schulanfang, Konfirmation, Berufsbeginn – an bestimmten Lebensstationen schien dieser merkwürdige Wegbegleiter hinter der nächsten Ecke zu lauern. Früher oder später würde man ihn kennenlernen, den Ernst des Lebens, prophezeiten Ermahnungen aus Erwachsenenmund. Als wären Kinder nie traurig; als wäre mit dem Erwachsenenleben das Ende der Heiterkeit garantiert, und - schlimmer noch - anzustreben, damit sich die Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit des Daseins endlich in voller Schönheit entfalten könnten. Eine komische Prognose.

Abschiede, Krankheit, geplatzte Träume: Das alles kommt doch von selbst, ohne Vorankündigung. Wer sich nicht scheut, da hinzusehen, erfährt etwas von dem, was Menschen hoffen und zweifeln lässt; was sie stark macht und in die Knie zwingt. Aber ist dann noch Platz für Lebensfreude? Lässt sich das mit Humor nehmen?

Ein Plädoyer für Leichtigkeit und Lebensfreude

„Heiterkeit ist eines der wichtigsten Fluchtfahrzeuge der Menschheit“, sagen die Autoren Andreas und Stephan Lebert in ihrem Buch „Der Ernst des Lebens. Und was man dagegen tun muss.“ Die Brüder erzählen nicht nur humorvolle, sondern sehr existentielle Geschichten; solche, in denen Menschen zu kämpfen haben. Und nicht jeder dieser Kämpfe geht gut aus.

Dennoch ist das Buch ein Plädoyer für Leichtigkeit und Lebensfreude. Passt das zusammen? Gerade weil beileibe nicht alles lustig ist, was wir erleben, brauchen wir die Kunst der Heiterkeit, meinen Lebert und Lebert - damit wir uns nicht unterkriegen lassen. Sehr pragmatisch klingt das – nach Lebenskunst, Lebensbewältigung. Dabei ist vielen Menschen der Glaube wichtig. Im Rückblick sagt mancher: Sonst hätte ich das nicht geschafft. „Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit“, konstatiert der Kirchenlieddichter Georg Neumark im Jahr 1641.

Humor hilft uns auf die Sprünge

In einem wunderbar humorvollen Film ist das Lied aufgenommen worden: „Vaya con dios“ - „Geh mit Gott“. Glaubensstarke Mönche im Dschungel weltlicher Nöte, ein freundlicher Blick auf persönliche Schwächen und die Musik als Klangkulisse lassen die Bilder leicht über die Leinwand laufen. Gottvertrauen als Grundton des Lebens macht den Horizont weit und das Herz leichter.

Noch einmal Georg Neumark: „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“ Wann der Ernst des Lebens wirklich anfängt, haben wir nicht in der Hand. Wann wir ihm klein bei geben – das schon eher.

Humor hilft uns auf die Sprünge bei der heilsame Unterbrechung unserer Wichtigkeiten und Richtigkeiten und beim Widerstand gegen alles, was das Leben klein hält. Das biblische Motto für die Osterwoche erinnert an den Grund dafür:

„Christus spricht: Ich war tot, und siehe; ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offb. 1,18)

Pastorin Stefanie Arnheim

Eine Woche lachen

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Haben Sie sich schon einmal ausgemalt, wie Jesus der Lehm vom Strohdach, auf dem die vier Freunde kratzten um den Gelähmten herunter zu lassen, auf den Kopf fiel (Mk 2,1-12)? Oder ist Ihnen vielleicht mal diese kuriose Weisheit aus dem Buch der Sprüche aufgefallen? „Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.“ (Spr 21,9 u. 25,24)

Die Bibel berichtet vieles mit einem Augenzwinkern. Einige dieser amüsanten Geschichten wollen wir Ihnen in der Woche nach Ostern präsentieren. Denn: Sie werden lachen, es steht so in der Bibel.

Pastor Kay Oppermann

Das Osterlachen

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Das Osterlachen bezeichnet ursprünglich den Brauch, in der Predigt an Ostern die Gottesdienstgemeinde zum Lachen zu bringen. In einigen Regionen war dies vom 14. bis 19. Jahrhundert fester Bestandteil des christlichen Brauchtums.

Der Grundgedanke des Osterlachens war, die Osterfreude zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig symbolisiert das Osterlachen die Überlegenheit und den Sieg über den Tod, der sich an Christus „verschluckt“ hat und der Lächerlichkeit preisgegeben ist. Mareike Bohrenkämper ist dem Lachen auf der Spur.