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Bibiana Steinhaus: „Begeisterung schweißt zusammen“

Nachricht 09. März 2012

Überraschungsabend für KV-Kandidierende in der Marktkirche Hannover

Wofür könnten die Buchstaben „KV“ noch stehen, außer für Kirchenvorstand? „Hausmeister Papke“, alias Manfred Büsing lieferte einige Vorschläge: karger Verdienst, Knappheit verwalten, „Kroße Veier“ oder kolossales Vorhaben. Alle Begriffe spielen auf die Arbeit der Kirchenvorstände an. Doch was erwartet die amtierenden und zukünftigen Kirchenvorsteher in ihrem Ehrenamt wirklich?

Um Licht ins Dunkle zu bringen, lud der Stadtkirchenverband Hannover mehr als 800 Kandidatinnen und Kandidaten zu einer Auftaktveranstaltung zur Kirchenvorstandswahl ein. Am 6. März öffnete die Marktkirche dafür ihre Türen. „Ich bin neugierig, wie auf die Wahl eingestimmt wird. Vielleicht bietet sich ja auch die Möglichkeit, interessante Gespräche zu führen“, freute sich Marianne Neugebauer, Kandidatin aus der Petri-und-Nikodemus-Kirchengemeinde Hannover. Auch dem 70-jährigen Kirchenvorsteher und Kandidaten Wolfgang Schiemann aus der Dreifaltigkeitsgemeinde Hannover erging es so: „Das ist eine sehr schöne Geste, die unseren Einsatz würdigt. Ich bin gespannt, wer der angekündigte Überraschungsgast ist.“

„Sie geben unserer Kirche ein Gesicht!“

Eröffnet und moderiert wurde der Abend vom Stadtsuperintendenten Hans-Martin Heinemann und der Öffentlichkeitsreferentin Insa Becker-Wook. Beide verdeutlichten, unter welchem Motto der Abend stand: „Wir wollen uns bedanken, dass Sie sich engagieren und unserer Kirche ein Gesicht geben, dass für alle Menschen steht!“ Das Moderatorenteam nahm die Besucher mit auf eine Reise durch das Ehrenamt.

Überraschungsgast aus der Fußballwelt

Den Auftakt machten zwei Talkrunden. Der Chefredakteur vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen, Tobias Glawion, rief die Anwesenden dazu auf, ihre Gemeinde interessant zu gestalten. Als Überraschungsgast folgte ihm Bibiana Steinhaus. Die einzige weibliche Schiedsrichterin in der Bundesliga berichtete von ihrem Einsatz im Ehrenamt. Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen bekommen kein Gehalt, sondern höchstens eine Aufwandsentschädigung. „Ich wollte mich gesellschaftlich engagieren und Spaß haben, bei dem was ich tue. Es gab zwar auch immer wieder Rückschläge und ich wäre nicht so weit gekommen, wenn mir niemand geholfen hätte. Die Begeisterung an einer Sache schweißt aber zusammen. Also unterstützen Sie sich gegenseitig. So können Sie etwas bewirken!“, sagte Steinhaus. Ihr großes Vorbild sei ihre Mutter. Sie sei im Kirchenvorstand tätig, womit der Kreis sich schließe.

Der kurzweilige Abend wurde durch musikalische und humorvolle Beiträge aufgelockert. Der „Popkantor“ Til von Dombois, bekannt aus der A-Cappella-Band „Fünf vor der Ehe“, trat mit eigenen Songs auf. Und „Hausmeister Papke“ verstand es wiederholt, das Publikum mit einem Stärkungsprogramm für angehende Kirchenvorstandsmitglieder in Stimmung und Bewegung zu bringen. Er ließ die „wichtigsten“ zukünftigen Aufgaben trainieren: Aussitzen, Schreiben, Abwägen und Abstimmen.

„Lass dich nicht verdrießen!“

Am Ende wurde deutlich, was die Kandidierenden ausmacht: Spontan ergänzte Kerstin Paczkowski aus der Markusgemeinde Hannover die Schlussrunde. „Ich will mir von den Aufgaben, die mit Finanzen und Bauen zu tun haben, nicht die Laune verderben lassen“, wünschte sie sich für die Zukunft. Der Präsident des Stadtkirchentages Gerrit Wolter schloss sich an und fordert auf, ein 11. Gebot zu beherzigen: „Lass dich nicht verdrießen!“ Dies nahmen die Gäste mit auf den Weg. „Ich fand den Abend sehr schön. Es kommt zwar Arbeit auf uns zu. Ich sehe den kommenden Aufgaben aber ermuntert entgegen. Die Überraschung ist gelungen“, sagte Wolfgang Schiemann.

Text und Bilder

Text: Micha Beyersdorf, Praktikant im Evangelischen MedienserviceZentrum, Bilder: Jens Schulze

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