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 Bild: Reiner Sturm / pixelio.de

Zwischen Bäcker und Fischwagen

Nachricht 07. März 2012

Kirche auf dem Markt

Schon von weitem kann der Wochenmarktbesucher das lila Banner der Kirchengemeinde auf dem Stephansplatz erkennen. An den Freitagen vor der Kirchenvorstandswahl zeigen in Hannover die Kandidierenden sowie der Pastor und die Pastorinnen der Südstadt-Gemeinde Flagge auf dem Markplatz.

Die größte Gemeinde der Landeskirche

Die Südstadt-Gemeinde ist mit ihren rund 10.000 Mitgliedern die größte Kirchengemeinde in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Nach der Fusion der Athanasius-, Nazareth- und Paulus-Gemeinde kann dennoch nicht die Rede von einer anonymen Kirche sein.

Dafür sorgen die Mitglieder des Pfarramtes und die Kandidierenden. Mit ihrem kleinen Stand auf dem Wochenmarkt bieten sie eine Anlaufstation für alle Besucher. Der Stephansplatz ist geschickt gewählt. Der größte Wochenmarkt Hannovers zieht viele Menschen an.

Auf dem Tisch stapeln sich kleine Werbegeschenke wie Postkarten und Blumensamen, die auf das Thema Kirchenvorstandswahl aufmerksam machen. Das kommt gut an. Dankbar nimmt eine Frau ein Paket Blumensamen entgegen: „Die werde ich mir schön ins Regal stellen und nach der Wahl aussäen.“

„Wir sind für euch da!“

Neben den Werbegeschenken spielt natürlich das persönliche Gespräch eine wichtige Rolle. Dabei gilt: „Wir versuchen den Menschen hier nichts aufzuzwängen. Wir wollen aber zeigen: Schaut, wir sind für euch da!“, sagt Pastor Dieter Henkel-Niebuhr. Jeder Wahlberechtigte hat zwar eine Wahlkarte bekommen, auf der alle wichtigen Daten stehen. Aber mit dem persönlichen Auftreten bekommt die Wahl ein Gesicht. Die Leute haben die Möglichkeit, direkte Fragen an die Kandidaten zu stellen.

„Das tolle daran ist, dass wir hier auch mit Menschen in Kontakt kommen, die sonst weniger am Gemeindeleben beteiligt sind“, fügt Pastor Henkel-Niebuhr hinzu.

Gemeinschaftsgefühl

Die Kirchenvorstandskandidaten haben sich den Freitagmorgen extra freigehalten, um den Marktstand zu betreuen. Alle sind sich einig: Das Gemeinschaftsgefühl und das Wissen, etwas verändern zu können, sind die Hauptgründe für die ehrenamtliche Mitarbeit.

Der 27-jährige Kandidat Andreas Brameshuber, der sich für die Außenwirkung der Kirche auf die jüngere Generation einsetzen will, betont an dieser Stelle: „Viele junge Leute können sich nicht vorstellen, was sich hinter Kirche und gerade hinter der Kirchenvorstandswahl verbirgt. Sie sehen keinen Anlass, sich zu beteiligen. Doch gerade die Zusammenarbeit und die Gemeinschaft mit anderen Menschen, wie wir sie hier erfahren, macht Kirche aus. “ Dies gilt es sowohl auf dem Marktplatz als auch in der Gemeinde zu vermitteln.

An den nächsten Freitagen wird zwischen Bäcker und Fischwagen wieder die Fahne der Südstadt-Gemeinde wehen, um ein Zeichen für die Kirchenvorstandswahl zu setzen.

Text und Bild

 Micha Beyersdorf, Praktikant im Evangelischen MedienServiceZentrum

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Ein Kirchenvorsteher berichtet

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Moritz Fischer-Kumbruch war bei der letzten Wahl 2006 der jüngste Kirchenvorsteher der hannoverschen Landeskirche. Er engagiert sich in seiner Gemeinde besonders für die Jugendarbeit.