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Bild: Gortincoiel / photocase.com

Jetzt Briefwahl beantragen!

Nachricht 05. März 2012

Dr. Burghard Krause: „Kirchennörgler gibt es genug.“

Rund 160.000 Menschen aus Stadt und Landkreis Osnabrück können am Sonntag, 18. März aus 565 Kandidatinnen und Kandidaten die neuen Kirchenvorstände der 65 evangelischen Kirchengemeinden der Region mit insgesamt 423 Mandaten wählen. 57,5 Prozent der Kandidierenden sind Frauen – 1,5 Prozent mehr als bei der letzten Wahl 2006.

„Kirchennörgler gibt es genug. Wir brauchen Kirchenliebhaber in unseren Kirchenvorständen – Menschen, die mit Lust am Evangelium und mit Interesse am gelingenden Leben, mit kreativer Phantasie und Gestaltungsfreude die Schwerpunkte des Gemeindelebens mitbestimmen“ sagte Landessuperintendent Dr. Burghard Krause kürzlich in einem Interview des evangelischen Pressedienstes. Einen Wandel der Motivation für ehrenamtliche Arbeit stellt Freiwilligenmanagerin Cornelia Poscher fest: „Das Ehrenamt soll Spaß und Freude machen, das Pflichtmotiv tritt zurück. Ehrenamtliche wollen mitentscheiden und mitgestalten, sie wollen keine Lückenbüßer sein“, meinte sie.

Pastor kann nicht an zwei Orten gleichzeitig Gottesdienst feiern

„Der Kirchenvorstand ist das Gremium, das gemeinsam mit den Pastoren einer Kirchengemeinde die Gemeinde leitet. Er hat viele Aufgaben – beispielweise sich um Kirche, Gemeindehaus und Pfarrhaus zu kümmern“, sagte Superintendentin Doris Schmidtke, Vorsitzende des neuen Kirchenkreisverbandes im Osnabrücker Land, in einem NDR-Hörfunk-Interview am Donnerstag in Osnabrück. Dies bestätigte die scheidende Kirchenvorsteherin Jutta Weyhmann-Harke aus Osnabrück-Hellern: So hat man in ihrer Gemeinde länger über eine bezahlbare Heizung diskutiert, die schließlich auch eingebaut wurde.

Neben seiner Rolle als Arbeitgeber, zum Beispiel in einer Kinder-Tagesstätte, sei der Kirchenvorstand vor allem für geistliche Fragen und die inhaltliche Ausrichtung der Gemeindearbeit verantwortlich, so Schmidtke weiter. Als Beispiel erläuterte sie: „Wenn etwa ein Pastor jetzt für zwei Gemeinden zuständig ist, kann nicht in beiden Kirchen sonntags um 10 Uhr Gottesdienst gefeiert werden“. Vielleicht müsse auch die Konfirmandenordnung in Zeiten der Ganztagsschule neu überarbeitet werden. Die Verantwortung sei groß, aber auch die Unterstützung, zum Beispiel bei einer Kirchenrenovierung durch das kirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege.

Bis 15. März Antrag auf Briefwahl möglich

„Kandidaten zu finden, ist nicht immer einfach“ sagte Schmidtke. Nun aber gelte es, die 325 Frauen und 240 Männer, die kandidieren, durch die Stimmabgabe zu unterstützen und sie in ihrer Bereitschaft und ihrem Engagement zu bestärken. Alle Wahlberechtigten haben eine Wahlbenachrichtigung erhalten. Auf ihr findet man das Wahllokal und den Zeitraum, in dem man am 18. März wählen kann. Bis Donnerstag, 15. März kann man bei der eigenen Gemeinde im Kirchenbüro auch Briefwahl beantragen.

Einige Gemeinden lassen sich besondere Aktionen einfallen, um Wähler zu mobilisieren. Jutta Weyhmann-Harke berichtete beispielweise aus ihrer Gemeinde, dass man morgens den Vorstellungsgottesdienst der Hauptkonfirmanden feiere, sodass deren Eltern und Großeltern nach dem Gottesdienst gleich wählen gehen können. Zudem habe man einen Fahrdienst eingerichtet.

Superintendentin Schmidtke wünscht sich eine Wahlbeteiligung von über 20 Prozent, was zweifellos eine große Herausforderung ist, da 2006 nur knapp 15 Prozent an die Urnen gingen. Wahlberechtigt sind alle evangelischen Gemeindeglieder, die über 16 Jahre alt sind.

Text und Bild

 Pastor Gunnar Schulz-Achelis, Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Osnabrück

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Ein Kirchenvorsteher berichtet

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Moritz Fischer-Kumbruch war bei der letzten Wahl 2006 der jüngste Kirchenvorsteher der hannoverschen Landeskirche. Er engagiert sich in seiner Gemeinde besonders für die Jugendarbeit.