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Bild: die_bea / photocase.com

Jüngeren Raum geben

Nachricht 02. März 2012

Das moderne Gemeindehaus in Nenndorf, die Stiftung der Friedenskirche Maschen, die Kinderkrippe der Buchholzer St. Paulus-Kirchengemeinde oder das erfolgreiche Glaubensseminar in Hittfeld: Klaus Damian, Dr. Eckhardt Wohlers, Dr. Konstantin von Diest und Heike Brinker haben als Kirchenvorsteher in ihren Gemeinden viel erreicht. Für die kommenden Kirchenvorstands-Wahlen am 18. März stehen sie nicht mehr zur Wahl, wollen „Jüngeren“ den Raum geben, die sich am kommenden Sonntag, 4. März, persönlich in den Gottesdiensten der meisten Gemeinden vorstellen. Frauen und Männer, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Kirche aktiv mitzugestalten. Wie erfolgreich diese Zeit sein kann, davon berichten Klaus Damian, Dr. Eckhardt Wohlers, Dr. Konstantin von Diest und Heike Brinker.

Klaus Damian (67): Größte Herausforderung Gemeindehausbau

Klaus Damian (67) war zwölf Jahre Rektor der Haupt- und Realschule in Sinstorf und insgesamt 16 Jahre lang Kirchenvorsteher der Nenndorfer Kreuzkirchengemeinde: „Die größte Herausforderung war der Bau unseres neuen Gemeindehauses. Das Aufbringen der finanziellen Mittel, die Baubegleitung und die Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten forderten uns als Kirchenvorstand doch erheblich. Das fertige Gemeindehaus ist heute ein Erfolgsmodell, das wir dem Engagement aller Beteiligten verdanken“, sagt Klaus Damian.

Dreimal musste in seiner seiner Zeit die Pfarrstelle neu besetzt werden: „Unter den qualifizierten Bewerbern den geeigneten Kandidaten zu finden, war eine weitere Herausforderung mit großer Verantwortung.“ Damian lebt in Emsen, ist Vater von drei erwachsenen Kindern und war sieben Jahre Schulleiter in Chile: „Wer wie meine Familie in einem privilegierten Umfeld mit einem sehr guten Gemeinschaftsleben wohnt, sollte selbst etwas dazu beitragen, die guten Beziehungen der Menschen zueinander zu unterstützen, ob in der Kirche, in Vereinen oder der Politik“, so Damian.

Dr. Eckhardt Wohlers (68): 250.000 Euro für die Stiftung

Die Stiftung Friedenskirche Maschen ist sein „Kind“: Dr. Eckhardt Wohlers (68) wollte mit einer Stiftung ein drittes finanzielles Standbein für die Maschener Kirchengemeinde aufbauen. „Das ist uns geglückt, etwa 250.000 Euro sind bislang für die Stiftung eingegangen“, sagt Dr. Eckhardt Wohlers, der seit sechs Jahren Kirchenvorsteher in Maschen ist. Mit den Zinserträgen unterstützt die 2007 gegründete Stiftung wichtige Projekte der Kinder- und Jugendarbeit. „Wir haben viel bewegt, wir waren eine der ersten Stiftungen in unserem Kirchenkreis“, sagt Wohlers.

Der Wirtschaftswissenschaftler kümmerte sich um die Finanzen der Gemeinde, auch nach seinem Umzug nach Salzhausen. „Ich habe mich auch bemüht, das Kostenbewußtsein zu schärfen und dem Kirchenvorstand aufzuzeigen, wieviel die Dinge wirklich kosten“, sagt Wohlers. Auch für kulturelle Veranstaltungen setzte Wohlers sich ein, engagierte zuletzt die Bigband der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). „Nun müssen auch einmal jüngere Mitglieder ran“, sagt Wohlers und freut sich, dass sich zwei Kirchenmitglieder aus dem Jugendbereich für die Kirchenvorstandswahlen aufstellen.

Konstantin von Dienst (49): Kirche ist huntertmal mehr als Gottesdienst

Konstantin von Diest lebt mit seiner Familie in Hittfeld und ist seit zehn Jahren Kirchenvorsteher, sechs davon in der Hittfelder St. Mauritius-Kirchengemeinde: „Es ist ein großes Privileg, in unserer Kirche Dinge von erheblicher Bedeutung mit zu entscheiden, zu verantworten und zu gestalten. Ich empfinde Kirche hundertmal mehr als nur den Kirchgang und den Gottesdienst. Ich empfinde Kirche als eine Gemeinschaft von Menschen, die bereit sind zu gegenseitiger Hilfe, zur Diskussion über fundamentale Dinge des Lebens und zu gegenseitiger Stärke im Glauben“, sagt Konstantin von Diest (49).

Die Arbeit im Kirchenvorstand sei oft „reaktiv“, dann wenn Dachrinnen kaputt gehen, Mitarbeiter kündigen oder Pächter nicht zahlen. Ein schönes Projekt sei das Glaubensseminar im Frühjahr 2010 gewesen. Beruflich ist von Diest seit ein paar Jahren so stark eingebunden, dass dem Ingenieur die Zeit für ehrenamtliches Engagement fehlt. Seine wenige Zeit möchte er aber weiterhin in der Mitwirkung in Gottesdiensten einsetzen.

Bilder und Text

Carolin Wöhling, Pressesprecherin Kirchenkreis Hittfeld, www.kirchenkreis-hittfeld.de

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Heike Brinker (46): Gelernt, wie Entscheidungsprozesse ablaufen

Für Heike Brinker (46) ist es eine Selbstverständlichkeit, in der Kirchengemeinde ehrenamtlich mitzuwirken, so sei sie groß geworden. Die Angestellte lebt in Buchholz und hat seit zwölf Jahren im Kirchenvorstand der Buchholzer St. Paulus-Kirchengemeinde mitgewirkt: „Wir haben den Krippenanbau realisiert und betreuen dort 15 Kinder im Alter bis zu drei Jahren.

Von der Planung bis zur Fertigstellung war ich dabei, das hat viel Kraft gekostet, aber wir haben das mit einer vernünftigen Qualität realisiert“, sagt Heike Brinker. Besonders hat ihr an der Arbeit im Kirchenvorstand gefallen, „dass man zusammen mit anderen Menschen wirklich etwas bewegen kann, wie auch etwa den Bau des neuen Gemeindehauses, des Paulus-Hauses.“ Für sich selbst habe sie gelernt, wie Entscheidungsprozesse ablaufen und wie man in Gremien arbeitet. Sie wird sich auch weiterhin in St. Paulus engagieren.