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Bild: berwis / pixelio.de

Knoten im Taschentuch

Nachricht 01. März 2012

Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Brandy zur Kirchenvorstandswahl am 18. März 2012

„Der liebe Gott tut nichts als fügen“, heißt es. Für den 18. März scheint es in der Tat so zu sein. Da findet nun die für unser Land wichtige Wahl zum Bundespräsidenten statt. Aber nicht nur die Wahlleute in Berlin können an diesem Tag wählen. Auch die evangelischen Kirchenmitglieder in Niedersachsen sind am 18. März aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und damit Verantwortung zu übernehmen für die Zukunft ihrer Kirchengemeinde.

Da ist doch die Bundespräsidentenwahl eine Art „Knoten im Taschentuch“ – eine praktische Erinnerung, die KV-Wahl nicht zu vergessen. Bisweilen wird gefragt, ob der große Aufwand für die Kirchenvorstandswahl berechtigt ist. Ich meine: Ja. Die Kirchenvorstände tragen erhebliche Verantwortung für die Kirchengemeinden. Dafür brauchen sie eine klare Legitimierung.

Die Kirchenvorsteherinnen und –vorsteher sind ja nicht nur für die organisatorischen und strukturellen Fragen in der Gemeinde zuständig, für Finanzen und Friedhof, Gebäude und Verpachtungen. Zusammen mit dem Pfarramt sind sie auch für das geistliche Leben in der Kirchengemeinde verantwortlich, für die Grundsatzfragen des Gottesdienstes und die inhaltlichen Fragen der Gemeindeentwicklung. Arbeit im Kirchenvorstand bedeutet geistliche Leitung in der Kirche. Sie lebt aus der Verheißung Gottes für seine Gemeinde und schafft Raum für die Vielzahl der Gaben.

Wählen, was mir am Herzen liegt

Natürlich haben wir in den Kirchengemeinden keine Parteien und es gibt keinen „Wahlkampf“. Aber es macht doch durchaus Sinn zu schauen, welche Profile im Kirchenvorstand vertreten sein sollten: Verschiedene Berufe und Kompetenzen, Männer und Frauen, Ältere und Jüngere, Repräsentanten der verschiedenen Gruppen und Milieus der Gemeinde. Und wem etwa die Kirchenmusik am Herzen liegt, der sollte doch zusehen, dass ein Mitglied aus Chor, Bläsergruppe oder Kantorei auch im Kirchenvorstand vertreten ist. Und für Diakonie und Partnerschaftsarbeit, Hauskreise oder Jugendarbeit ist das nicht anders.

Spektakulär ist die Wahl nicht. Aber es geht um einiges bei der Wahl am 18. März. Nicht nur in Berlin sind da alle mit ihrer Stimme gefragt. Dafür gibt es ja eine gute Erinnerung!

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy

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Ein Kirchenvorsteher berichtet

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Moritz Fischer-Kumbruch war bei der letzten Wahl 2006 der jüngste Kirchenvorsteher der hannoverschen Landeskirche. Er engagiert sich in seiner Gemeinde besonders für die Jugendarbeit.