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pontchen / photocase.com Bild: 

„Wir sind eine Kirchengemeinde und keine Behörde.“

Nachricht 24. Februar 2012

Sarstedter Pfarrsekretärin bereitet schon die vierte Kirchenvorstandswahl vor

Sarstedt. Rita Seifert hat als Pfarrsekretärin eigentlich ohnehin immer genug zu tun. Zurzeit ist es noch ein bisschen mehr als sonst, denn die Kirchenvorstandswahlen stehen vor der Tür. Wenn am 18. März der Wahlausschuss zusammentritt, muss für jedes Gemeindemitglied ein Stimmzettel bereit sein. Rund 2700 wahlberechtigte Personen sind das in der St.-Nicolai-Gemeinde in Sarstedt – dieses Mal dürfen erstmals nicht nur Volljährige, sondern alle Gemeindeglieder ab 16 Jahren ihre Kreuzchen machen.

Rita Seifert wirft einen Blick in ihren Schnellhefter. Alle Wahlberechtigten sind hier verzeichnet – beinahe. Schließlich kann es immer noch sein, dass bis zum Wahltag Mitglieder der evangelischen Kirche in den Gemeindebereich zuziehen. Die letzten Neuzugänge hat die Sekretärin schon mit Kuli in ihrer Liste ergänzt. Damit auch bestimmt niemand übersehen wird, schaut sie aber noch bis zum Freitag vor der Wahl in den Meldelisten nach, ob Wahlberechtigte dazugekommen sind. „Da fährt man dann eben noch hin und wirft die Wahlbenachrichtigung ein“, meint sie unkompliziert. Den meisten Gemeindemitgliedern wurde ihre Karte aber bereits vom Kirchenamt zugeschickt.

„Wir haben genug Leute.“

Die Vorbereitungen für die Wahl hätten schon im vergangenen Herbst begonnen, sagt Rita Seifert. Da waren aber erst einmal Pastor Lutz Krügener und die jetzigen Kirchenvorstandsmitglieder gefordert: Sie sprachen viele Gemeindemitglieder an auf der Suche nach Kandidaten. Mit Erfolg: „Wir haben genug Leute“, freut sich Rita Seifert. Am 18. März werden zwölf Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl stehen, acht Sitze werden verteilt, zwei weitere durch den alten Kirchenvorstand in seiner nächsten Sitzung berufen. Dann bleiben noch zwei als mögliche Nachrücker übrig.

Rita Seifert: „Ich gehe immer ran, wenn das Telefon klingelt.“

Wer am Wahltag nicht kommen kann, beantragt im Büro bei Rita Seifert die Briefwahl. Sobald das Kirchenamt die Stimmzettel geschickt hat, wird die Pfarrsekretärin die Unterlagen fertigmachen und versenden. Zu den Empfängerinnen und Empfängern gehören auch die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Altenheime St. Nicolai und Heilig Geist. Die Heimleitungen haben schon die Listen der Gemeindemitglieder aus ihren Häusern geschickt, da geht dann gleich ein ganzer Packen Briefwahlunterlagen hin.

In ihren 22 Jahren als Pfarrsekretärin hat Rita Seifert schon so manche Kirchenvorstandswahl miterlebt; die erste 1994. Damals musste sie die Vorbereitungen noch ohne die Hilfe des Kirchenamtes wuppen und war außer für St. Nicolai auch noch für die Paul-Gerhardt-Gemeinde und die Ahrberger Friedenskirchengemeinde zuständig. „Das war sehr viel Arbeit“, erinnert sie sich. Da habe sie es heute – trotz verringerter Stundenzahl – einfacher. Überstunden fallen allerdings trotzdem noch an, denn während der Bürozeiten klingele dauernd das Telefon, so dass sie erst danach wirklich Ruhe für ihre Arbeit finde. Ihr ist es wichtig, dass sich die Menschen gut betreut fühlen: „Ich gehe immer ran, wenn das Telefon klingelt. Wir sind hier ja eine Kirchengemeinde und keine Behörde.“

Bild und Text

Kultur & Kommunikation, Ralf Neite, www.kultundkom.de 

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Neu bei der Wahl: Kandidatenzahl geteilt durch drei ergibt Stimmenzahl

Im Gottesdienst, im Gemeindebrief und mit Aushängen in Schaukästen wirbt die Gemeinde Sarstedt für eine rege Teilnahme an den Wahlen. Die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich persönlich im Gottesdienst und mit einem Kurzporträt im Gemeindebrief vor. Zwar ist die absolute Anzahl der Stimmen nicht entscheidend für das Wahlergebnis, sagt Pastor Krügener, aber für die Mitglieder des Kirchenvorstandes sei es wichtig zu wissen, dass möglichst viele mit ihrer Stimme hinter ihnen stehen. Erstmals dürfen die Gemeindemitglieder nicht ebenso viele Stimmen abgeben wie Mitglieder gewählt werden, sondern nur ein Drittel der gesamten Kandidatenanzahl, also vier.

Das vermittele zwar eher das Gefühl einer echten Wahl, es könne aber bei geringer Wahlbeteiligung passieren, dass neue, noch unbekannte Kandidaten mit sehr wenigen Stimmen aus dem Rennen gehen, bedauert der Pastor.