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 Bild: joexx / photocase.com

„Gerade jetzt, wo wir keinen Pastor haben ...“

Nachricht 11. Februar 2012

Harmut Plate (34): Fußballtrainer, Polizist und Kirchenvorsteher

Hartmut Plate aus Grabow ist seit vier Jahren im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Plate. Der 34-Jährige ist Polizist in Lüchow und außer seinem ehrenamtlichen Engagement als Kirchenvorsteher auch im Lüchower Stadt- und Samtgemeinderat und als Fußballtrainer aktiv.

Ich kandidiere für den Kirchenvorstand, weil ...

Ich kandidiere für den Kirchenvorstand, weil das bei uns eine Art Familientradition ist: Mein Vater war über 30 Jahre Kirchenvorsteher und vor ihm mein Großvater. Als mein Vater vor viereinhalb Jahren gestorben ist, bin ich gefragt worden, ob ich nicht seinen Platz im Kirchenvorstand einnehmen will und dann berufen worden. Erst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich mit Abstand der Jüngste war, das hat sich aber schnell gelegt. Alle waren sehr freundlich, und ich bin gleich eingebunden worden.

Nach dem Tod meines Vaters hatte sich ein bisschen meine Einstellung geändert: Auch als junger Mensch kann man auf das Gemeindeleben Einfluss nehmen und es mitgestalten. Diese Einschätzung hat sich auch bestätigt. Pastorin Kantuser fordert uns echt, da haben wir uns als Kirchenvorstand weiterentwickelt. Wir beschäftigen uns damit, wie Gemeinde sein und gestaltet werden kann. Zum Beispiel gehen wir mit Gottesdiensten in den Dörfern zu den Menschen. Die Teamarbeit im Kirchenvorstand macht Spaß, und wir lachen auch viel zusammen. Kirche kann gerade auch jungen Menschen Halt und Orientierung geben. Sie steht für Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Vergebung und grenzt niemanden aus. Jeder kann sich einbringen.

An der Arbeit im Kirchenvorstand reizt mich ...

An der Arbeit im Kirchenvorstand reizt mich die Teamarbeit. Weil wir zusammen etwas bewegen können für das Leben in unserer Gemeinde. Aktionen wie das Lübelner Tauffest mit anschließendem Kaffeetrinken und Grillen kommen zum Beispiel gut an. Als es jetzt darum ging zu kandidieren, habe ich erst überlegt, ob ich das alles schaffe. Aber ich habe die vergangenen vier Jahre nicht bereut, und ich möchte mich noch weiter einbringen und das Gemeindeleben mitgestalten – gerade jetzt, wo wir keinen Pastor haben, damit es auch weitergeht. Wir haben einiges vor, zum Beispiel die Orgelsäuberung.

Ich möchte folgende Schwerpunkte setzen ...

Ich möchte folgende Schwerpunkte setzen: Ich möchte gerade junge Menschen ansprechen. Oft ist zwischen der Konfirmation und der Zeit, bis eigene Kinder da sind und man dadurch wieder mehr zur Kirche kommt, eine Lücke, die will ich versuchen zu schließen. Mir ist auch wichtig, dass niemand ausgegrenzt wird. Wenn etwas ist, besprechen wir im Kirchenvorstand, wo und wie man helfen kann.

Das Interview entstammt einer Serie zur Wahl am 18. März 2012 im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg. Abgedruckt wurde es in der Elbe-Jeetzel-Zeitung.