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Bild: carölchen / photocase.com

„Gottesdienste gestalten macht am meisten Spaß.“

Nachricht 08. Februar 2012

Vernetzung, Verantwortung und Zukunftsideen in Rotenburg

Kekse stehen gleich an mehreren Stellen auf dem langen Tisch, es gibt auch kalte Getränke und warmen Tee an diesem Abend. Ein bisschen Stärkung können die neun Kirchenvorsteher und drei Pastoren der Stadtkirchengemeinde Rotenburg gebrauchen, wenn sie sich treffen, um Tagesordnungen mit bis zu 13 Punkten abzuarbeiten.

Konzentration ist gefordert, denn das Gremium trägt insbesondere die Verantwortung für Finanzen, Gebäude und Grundstücke. Es hat auch die Dienstaufsicht für die in der Gemeinde angestellten Mitarbeitenden und ist mitverantwortlich für den Gottesdienst und die Konfirmandenarbeit. Doch was so trocken und ernst klingt, ist es in der Praxis nicht.

Streiten ohne nachtragend zu sein

„Mir gefällt die Gemeinschaft in dieser Runde“, sagt beispielsweise Gisa-Annett Noelte. Sie wird von Waltraud Meyer unterstützt: „Das Miteinander ist wirklich sehr nett. Es macht viel Spaß, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten.“ In Kürze ist die sechsjährige Amtsperiode beendet. Am Sonntag, 18. März, sind Kirchenvorstandswahlen. Und ein Teil des Teams wird sich nicht mehr aufstellen lassen. Einige sind auch noch unentschlossen. Zu ihnen gehört Maria Janke. Ihre persönliche Situation hat sich so entwickelt, dass ihr die nötige Zeit fehlt. „Ich habe den Wunsch, mich mehr einzubringen, kann es aber nicht. Das ist unbefriedigend.“

Dass sich in sechs Jahren Situationen ändern können, dafür hat jeder Verständnis. Auch dafür, nach einer Amtszeit wieder aus dem Gremium auszusteigen. Die Runde lebt zu großen Teilen aus der Vielfalt ihrer Mitglieder. „Ich finde es bemerkenswert, wie die Zusammenarbeit vieler Menschen zu einem Thema hier funktioniert. Es kommen so viel neue Ideen zusammen. Das macht die Arbeit attraktiv“, sagt beispielsweise Rolf Rinck. Er ist mit 24 Jahren der Jüngste in der Runde. Hilmer Drögemüller ergänzt: „Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie gut wir streiten können, ohne hinterher in irgendeiner Form nachtragend zu sein.“

Zukunft bringt stärkere Vernetzung

Denn die Themen, die der Kirchenvorstand in den vergangenen Jahren anzupacken hatte, ließen sich nicht einfach nur abnicken. Beispielsweise machten knapper werdende Finanzen strukturelle Veränderungen nötig. „Mich haben die Umbrüche belastet. Die Vorstandsarbeit ist in diesem Punkt anstrengend“, sagt Gisa-Anett Noelte. „Auch ich habe mich teilweise geärgert, dass Geld unsere Arbeit so stark bestimmen soll“, pflichtet ihr Gisela Flake bei. Die Gefahr ist groß, über wichtigen Finanz- und Strukturplanungen andere Themen wie beispielsweise Gottesdienstgestaltung oder Jugendarbeit zu vernachlässigen.

Trotzdem sind letztlich alle stolz auf das Erreichte. Es wurden Wege für eine engere Zusammenarbeit mit den Rotenburger Kirchengemeinden Auferstehung und Michael entwickelt und ein Kirchengemeindeverband gegründet. „Sich immer stärker zu vernetzen ist die Zukunft und ein vernünftiger Weg“, bestätigt Drögemüller.

Ideen für die Zukunft sprudeln

Und wenn das Team darüber nachdenkt, was die Aufgaben für die nächste Amtsperiode sein könnten, sprudeln die Ideen aus allen heraus: Vorbereitung des 150. Kirchenjubiläums; Wege finden, um Kinder noch stärker für den Glauben zu begeistern; Weiterarbeit am gemeinsamen Rotenburger Modell zum Konfirmandenunterricht; bessere Einbeziehung der 40- bis 60-Jährigen; den Blick schärfen für die sich wandelnde Gesellschaft und Konsequenzen wie beispielsweise zeitgemäße Gottesdienste daraus entwickeln; Generationen zusammenführen; Finanzplanung weiterführen.

Das sind nur einige Stichworte. Neben den Verwaltungsarbeiten halten aber viele der Kirchenvorsteher auch den Dienst in der Kirche für eine wichtige und attraktive Aufgabe. „Das ist der Kern für mich und das Schönste am Kirchenvorstand“, sagt Michael Otto und wird in dieser Auffassung von Maria Janke und Waltraud Meyer unterstützt: „Gemeinsame Gottesdienste gestalten, das ist, was Spaß macht.“ Horst Teufert, der in der sechsten Amtsperiode Kirchenvorsteher ist, sagt: „Mich veranlasst mein christlicher Glaube, in der Gemeinde mitzuarbeiten.“

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