Bild: markusspiske / photocase.com

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Interessen von der Wiege bis zur Bahre

Nachricht 07. Februar 2012

Seit 20 Jahren im Kirchenvorstand Bisperode: Andreas Voß

Bisperode. Andreas Voß ist zwar nicht unbedingt wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind zum Kirchenvorstand gekommen. Aber ein ungewöhnlicher Weg war es doch. Denn der Landwirt und Gutsbesitzer ließ sich nicht als Kandidat aufstellen. Als Besitzer des Ritterguts Bisperode war er vielmehr „geborenes Mitglied“ von gleich drei Kirchenvorständen. Eine Besonderheit des Kirchenrechts, das sogenannte Patronat, macht dies möglich.

Den Job als Kirchenvorstandsmitglied übernahm er vor mehr als 20 Jahren von seiner Mutter. Und obwohl er selbst damals keine wirkliche Wahl hatte, ist die Aufgabe für den 52-Jährigen alles andere als reine Pflichterfüllung. „Es ist wichtig, dass es mit der eigenen Kirche vorankommt“, ist der Gutsbesitzer überzeugt.

Vorschlagsrecht für neuen Pastor oder neue Pastorin

Das historisch gewachsene Patronatsrecht existiert heute noch in vielen Gemeinden. Andreas Voß hat auch besondere historische Rechte. So hat er das Vorschlagsrecht für neue Pastoren, das so genannte Präsentationsrecht. Ein Privileg, von dem Voß aber nur nach Absprache mit dem Kirchenvorstand Gebrauch macht.

Ein besonders intensives Verhältnis zur Kirche hatte Voß früher nicht, wie er gesteht. Allenfalls zu Weihnachten sei er mal zur Kirche gegangen, bevor er nach dem Studium wieder auf den elterlichen Hof zog. Inzwischen engagiert sich nicht nur Andreas Voß selbst in der Kirche. Seine Frau sitzt der Bisperoder Kirchenstiftung vor und ist Lektorin.

Sitzungsvorbereitung auf dem Weg durch den Ort

Als Kirchenvorstandsmitglied ist Andreas Voß vielfältig ehrenamtlich engagiert. Er ist auch Delegierter im Kirchenkreistag des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld sowie Mitglied im Kirchenkreisvorstand. Zeitweise war er sogar Mitglied der Synode der Landeskirche. Außerdem sitzt er im Ortsrat Bisperode und im Kreistag Hameln-Pyrmont.

Nachdem zwei Gemeinden am Ith fusionierten, arbeitet der 52-Jährige nun noch in zwei Kirchenvorständen mit – dem der Gemeinde Am Ith und der Gemeinde Ith-Nesselberg. Als übermäßige Last hat Patron Voß dieses Ehrenamt nie empfunden. Pro Kirchenvorstand gebe es im Schnitt etwa alle sechs Wochen eine Sitzung, die in der Regel zwei bis drei Stunden dauerten. „Das ist ja noch relativ überschaubar“, so Voß. Feste Zeiten für die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen nimmt sich Voß eher selten. Als Bisperoder Ortsbürgermeister erledigt er aber so manches Vorgespräch für Kirchenvorstandssitzungen quasi nebenbei. „Viel mache ich auf dem Weg durch den Ort.“

Spezialgebiete: Kindergarten und Friedhof

Andreas Voß hat sich in der Kirchenvorstandsarbeit früh spezialisiert. Weil seine Kinder damals noch klein waren, ging er in den Kindergarten-Ausschuss des Bisperoder Kirchenvorstands. Er ist zugleich auch Vorsitzender des Kuratoriums des Kindergartens, kümmerte sich um den Neubau der Einrichtung. „Da kann man dann auch gut gestalten.“

Außerdem engagiert Voß sich im Friedhofsausschuss. Hier hat er sich unter anderem mit der Neugestaltung des Geländes beschäftigt. Eine interessante Aufgabe, wie Voß findet. Immerhin änderten sich die Bedürfnisse der Menschen. Anders als früher würden heute etwa mehr Rasengräber oder anonyme Bestattungsformen gewünscht.

All diese Tätigkeiten machen Andreas Voß viel Spaß, wie er berichtet: „Man kann sich seine Nische suchen, in der man sich engagieren will. Und ich denke, dann kann man viel beschicken in solchen Ämtern.“

Text & Bilder

 Kultur & Kommunikation, Ralf Neite, www.kultundkom.de

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Moritz Fischer-Kumbruch war bei der letzten Wahl 2006 der jüngste Kirchenvorsteher der hannoverschen Landeskirche. Er engagiert sich in seiner Gemeinde besonders für die Jugendarbeit.