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 Bild: secretgarden / photocase.com

Idee zur Kirchennutzung: Urnen in Mauernischen

Nachricht 29. Januar 2012

Kirchenvorsteher in Hoheneggelsen: Olaf Schierding

Dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde in Hoheneggelsen könnte eine Verjüngung bevorstehen: „Ich bin da jetzt der Jüngste, nach der Wahl könnte ich der Älteste sein“, sagt Olaf Schierding, da viele ältere Mitglieder nicht sicher sind, ob sie noch einmal kandidieren werden. Der 44-Jährige möchte auf jeden Fall wieder antreten. Auch wenn die Unterlagen aus seinen ersten sechs Jahren im Kirchenvorstand einen dicken Ordner füllen: Der Zeit- und Arbeitsaufwand für ein solches Ehrenamt sei ohne Probleme zu schaffen, findet Olaf Schierding. Auch für ihn als Selbstständigen, der zusammen mit seiner Schwester in dritter Generation ein Tischlerei- und Bestattungsunternehmen führt.

Er habe früher schon durch die Jugendarbeit Kontakt zur Kirche gehabt, sei als Bestatter auch häufig mit Pastor Eckhard Hallemann zusammengetroffen, sagt Olaf Schierding. Als dann die Anfrage kam, ob er für den Kirchenvorstand kandidieren wolle, sagte er zu. Und ihm gefällt vor allem der harmonische Umgang miteinander. Zwar gingen die Auffassungen auch einmal auseinander, doch am Ende der Diskussionen vertrete jeder aus dem Kirchenvorstand nach außen die gemeinsame Entscheidung. Das Gremium wolle sich nicht spalten lassen.

Stiftungsgründung für zweites Kirchengebäude

Während andere Gemeinden noch Kandidaten für den Kirchenvorstand suchen, ist also in Hoheneggelsen schon Nachwuchs gefunden. Das könnte an der erfolgreichen Jugendarbeit mit zwei Freizeiten jedes Jahr und an dem aktiven Mitarbeiterkreis liegen, vermutet Olaf Schierding. Immerhin seien daraus auch schon neue Pastoren hervorgegangen.

In den Sitzungen gehe es weniger um Glaubens- als vielmehr um organisatorische Fragen. Dazu gab es in den letzten sechs Jahren genug Anlass, denn unter anderem wurde in der Gemeinde eine Stiftung für den Erhalt der Kirchengebäude gegründet: Zur Gemeinde gehört die kleinere Matthiaskirche, die sich besonders im Winter leichter heizen lässt, sowie die größere Martinskirche, auch Wehrkirche genannt. Der Kirchenkreis wollte auf Dauer nicht für den Erhalt beider Gebäude bezahlen. Daher griff der Kirchenvorstand zur Selbsthilfe, um auf lange Sicht einen Verkauf der Wehrkirche und eine weltliche Nutzung zu verhindern.

Urnengrabstätte in Wehrkiche

Im Turm der Wehrkirche wird nun ein sogenanntes Kolumbarium, eine Urnengrabstätte, eingerichtet. Olaf Schierding ist mit dem Bau auch als Handwerker befasst. Es wird an den Wänden Einlassungen für die Bestattung von Urnen geben, der Raum wird für das Gedenken an die Toten umgestaltet und ist durch eine Glastür mit dem Kirchenraum verbunden. In den nächsten Monaten soll das Kolumbarium als das erste seiner Art im Landkreis Hildesheim fertiggestellt werden. Heute lebten oft die Kinder und Enkel von Verstorbenen nicht mehr am gleichen Ort, könnten sich nicht um die Pflege der Grabstellen kümmern, weiß Olaf Schierding. Eine würdevolle Stätte für Urnengräber komme den veränderten Wünschen der Menschen entgegen.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Wiebke Barth)

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Ein Kirchenvorsteher berichtet

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Moritz Fischer-Kumbruch war bei der letzten Wahl 2006 der jüngste Kirchenvorsteher der hannoverschen Landeskirche. Er engagiert sich in seiner Gemeinde besonders für die Jugendarbeit.