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Bild: Brot für die Welt

Von der Katastrophenhilfe zur nachhaltigen Entwicklung

Nachricht 30. Juni 2012

Diese Menschen brauchen Ihre Hilfe

Die Sahelkrise ist vor allem eine Hungerkrise. Dort fehlt es an den elementarsten Dingen zum Überleben: Essen und Trinken. Eine Hungerkrise hat immer hat zwei Seiten: eine strukturelle und eine akute. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist grundsätzlich für die akute Seite des Hungers zuständig, Brot für die Welt für die strukturelle Seite. Daher arbeiten beide Organisationen geschwisterlich Hand in Hand zusammen – in der Sahelzone, aber auch in den anderen Krisenregionen der Welt.

Akuter Hunger

Akuter Hunger duldet keinen Aufschub. Wenn die letzten Vorräte aufgegessen sind, muss Nahrung her. Nahrungsmittelhilfe ist dann die einzige Rettung, für Kinder auch die einzige Rettung vor bleibenden Schäden durch Mangel- oder Unterernährung. Dazu braucht es Partner, die schnell und logistisch sauber diese Hilfe organisieren können.

Damit aber Nahrungsmittelhilfe nicht isoliert dasteht, muss unbedingt der Nahrungsmittelanbau wieder in Gang gesetzt werden, entsprechend der Gründe, warum er gescheitert oder unterbrochen wurde. Also neues Saatgut, wenn das alte aufgegessen wurde oder auf dem Acker vertrocknet ist. Gerätschaften, wenn durch Überschwemmungen Gerät kaputt gegangen ist. Und natürlich werden bei dieser Verteilgelegenheit auch gleich verbessertes Saatgut oder verbesserte Gerätschaften eingesetzt. Mit zu bedenken ist immer, dass bei Dürre nicht nur die Nahrungsmittelproduktion leidet oder abbricht, sondern auch die Trinkwasserversorgung gefährdet oder unterbrochen ist. Dann sind auch in diesem Bereich Nothilfe Maßnahmen angesagt, Verteilung, Trinkwasserspeicher, Brunnen. Damit ist dann eigentlich der Auftrag der Diakonie Katastrophenhilfe erledigt.

Die strukturelle Seite des Hungers

Die strukturelle Seite des Hungers muss gut geplant angegangen werden. Hier ist Aktionismus fehl am Platz. Hier braucht es Partner, die soziale/kulturelle, ökologische und ökonomische Aspekte in die Perspektive und Entwicklung mit hinein nehmen. Das erfordert sorgfältige Analyse, langfristige Beobachtung, große Detailkenntnisse und dann auch selbst einen langen Atem/langfristige Förderung, um Menschen bei den oft tiefgreifenden Veränderungen und Entwicklungen zu begleiten.

Denn Entwicklung geht nur über Menschen, über ihre Köpfe, ihre Erkenntnisse, ihr Verständnis, ihre Möglichkeiten; das alles will behutsam erweitert, verändert, angepasst und aufgebaut werden. Dazu müssen ggf. Rahmenbedingungen beeinflusst werden, im Land selbst (z.B. Agrarpreise), oder im Ausland (z.B. Export/Import-Beschlüsse). „Brot für die Welt“ arbeitet über lokale Partner in armen Ländern und Regionen. Dadurch ist ein direkter und sensibler Zugang zu den hilfebedürftigen Menschen gewährleistet.

Die Gefahr, dass geleistete Hilfe und ihre Wirkung nach Beendigung der Projektförderung verpufft, ist gebannt, denn sie kann von lokalen Partnerorganisationen nach verfolgt werden. Darüber hinaus leistet „Brot für die Welt“ vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“. Nur so sind Menschen und Gemeinschaften auch Träger und Eigner der Prozesse und Ergebnisse. Ihnen wird nichts geschenkt, sie erarbeiten sich fast alles selbst. Das stärkt das Selbstbewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein. Und beides kommt der Nachhaltigkeit von Entwicklung zugute - und das schon seit 40 Jahren.

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Die Themen der Woche

Dienstag, 26.6.2012
Sahelzone – Ursachen und Wirkungen der Krise

Mittwoch, 27.6.2012
Niger – Soforthilfe für die Ärmsten 

Donnerstag, 28.6.2012
Tschad – Ernährungssicherung im Zeichen des Klimawandels

Freitag, 29.6.2012
Burkina Faso – Nothilfe & Vorsorge

Samstag, 30.6.2012
Mali – Humanitäre Schutzzone  

Sonntag, 1.7.2012
Von der Katastrophenhilfe zur nachhaltigen Entwicklung