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Bild: Brot für die Welt

Tschad

Nachricht 27. Juni 2012

Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels

Im Tschad konzentriert sich die Hilfe auf die Präfektur Mani, die während der Regenzeit immer häufiger von Überschwemmungen heimgesucht wird. Ernteausfälle und ständige Ernährungskrisen, sind die Folge. Besonders in der Zeit zwischen den Ernten kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen. Die Umstellung auf Regenfeldanbau und angepasste landwirtschaftliche Techniken soll Abhilfe schaffen und die Versorgung auf eine sichere Grundlage stellen. Die lokale Partnerorganisation stellt dafür Saatgut und Gerät (Hacken, Schaufeln, Gießkannen etc.) bereit.

Gleichzeitig trägt der Anbau verschiedener Gemüsesorten wie Paprika, Tomaten, Kohl und Auberginen zu einem breiteren Angebot an Nahrungsmitteln und ausgewogener Ernährung bei. An zwei Standorten werden zudem Bewässerungssysteme installiert, die einen durchgängigen Anbau ermöglichen. Fachberater schulen und beraten die insgesamt 2.800 Teilnehmenden bei allen Schritten von der Aussaat bis zur Ernte. Damit die Bewohner besser für künftige Krisenzeiten gerüstet sind, stehen außerdem Fortbildungen zur richtigen Vorratshaltung auf dem Programm.

Neue Anbaumethoden am See

Eine weitere Krisenregion im Tschad ist das Gebiet am Tschad-See, das besonders durch Dürre und Klimawandel gefährdet ist. In fünf Dörfern der Präfektur Bagassola hat die Diakonie Katastrophenhilfe vor zwei Jahren ein erstes Vorsorgeprojekt initiiert, das den Bewohnern hilft, ihre Anbaumethoden an die Klimabedingungen anzupassen. In Gruppen von je 30 Personen lernen die Teilnehmenden Gemüse und Getreide in angepasster Weise anzubauen und Vorräte und Saatgut besser einzulagern. Die Partner stellen dafür dürreresistentes Saatgut und Gerät sowie zwei Agrarexperten zur Verfügung, welche die Gruppen schulen und bis zur Ernte begleiten. Ein zusätzliches Projekt am Tschad-See soll im April starten.

Warum bittet die Diakonie Katastrophenhilfe jetzt um Spenden?

Durch gezieltes Eingreifen will die Diakonie Katastrophenhilfe verhindern, dass aus der aktuellen Versorgungskrise eine Hungersnot wie im vergangenen Jahr in Ostafrika wird. Darum verstärken das Hilfswerk und seine Partner bereits jetzt ihre Unterstützung für Familien, die sich nicht mehr selbst ernähren können. Ohne Hilfe von außen können viele die Zeit bis zur nächsten Ernte nicht überstehen.

Ziel der Programme ist

  • das Überleben der Betroffen zu sichern.
  • die Abwanderung von Arbeitskräften zu stoppen.
  • Konflikten innerhalb von Dorfgemeinschaften um die knappen Ressourcen wie Weideland und Wasser vorzubeugen.
  • Unterstützung für Landwirtschaftsprogramme zu leisten – sie sind dringend nötig, damit die verarmten Bauernfamilien für die bevorstehende Regenzeit genügend Saatgut haben.
diakonie_katastrophenhilfe

Die Themen der Woche

Dienstag, 26.6.2012
Sahelzone – Ursachen und Wirkungen der Krise

Mittwoch, 27.6.2012
Niger – Soforthilfe für die Ärmsten 

Donnerstag, 28.6.2012
Tschad – Ernährungssicherung im Zeichen des Klimawandels

Freitag, 29.6.2012
Burkina Faso – Nothilfe & Vorsorge

Samstag, 30.6.2012
Mali – Humanitäre Schutzzone  

Sonntag, 1.7.2012
Von der Katastrophenhilfe zur nachhaltigen Entwicklung