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Bild: Brot für die Welt

Niger

Nachricht 26. Juni 2012

Soforthilfe für die Ärmsten

Viele Familien sind durch die Kombination von Dürre, Ernteausfällen, Preissteigerungen und Konflikten am Ende ihrer Kräfte und brauchen dringend zusätzliche Unterstützung. Im Niger leistet die Diakonie Katastrophenhilfe Soforthilfe in der besonders von der Dürre betroffenen Region Tillabéry. Im Rahmen eines Food-for-Work-Programms erhalten 1.150 Familien im Gegenzug für geleistete Gemeinschaftsarbeiten Nahrungsmittel. Das Beschäftigungsprogramm sichert den Familien ein Einkommen, mit dem sie dann ihrem jeweiligen Bedarf entsprechend Lebensmittel kaufen können.

So soll vermieden werden, dass die Bauern ihr Vieh oder anderen Besitz verkaufen müssen und damit ihre Existenzgrundlagen verlieren. Gleichzeitig hält dieser Ansatz Männer davon ab, auf der Suche nach Arbeit ihre Dörfer zu verlassen. Von den Arbeiten wie zum Beispiel dem Anlegen von Teichen oder Dämmen profitiert zudem die gesamte Bevölkerung in den 39 ausgewählten Dörfern.

Zusatznahrung für geschwächte Kinder

In der ebenfalls in Tillabéry gelegenen Kommune Kollo unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe zwei Ernährungsprogramme, die vor allem mangelernährten Kinder zugutekommen. In insgesamt 30 Dörfern erhalten Familien, bei deren Kindern Mangelernährung festgestellt wurde, Nahrungsmittel sowie nährstoffhaltige Zusatznahrung. Getreiderationen, Erdnussöl, Bohnen, Jodsalz und Vitamin A-Kapseln sollen ihnen helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Die Ausstattung mit Medikamenten und Nahrungsmitteln ermöglicht, 100 schwere Fälle von Mangelernährung im Distriktkrankenhaus zu versorgen.

Neben Nahrungsmitteln verteilen die Helfer auch Seife an knapp 500 Familien. Denn für die geschwächten Kinder stellen durch mangelnde Hygiene verursachte Krankheiten eine besondere Gefahr dar. In Radiospots und Gemeindeveranstaltungen klären die Partner die betroffenen Familien gleichzeitig über verbesserte Hygiene, Krankenpflege und ausgewogene Ernährung auf.

Außerdem unterstützt die Partnerorganisation den Bau eines Ernährungsausbildungszentrums, in dem Frauen Informationen zu Ernährung erhalten und Ernährungsberaterinnen ausgebildet werden. Um die Versorgung auch längerfristig auf eine sichere Basis zu stellen, erhalten außerdem 900 Kleinbäuerinnen Saatgut und landwirtschaftliches Material sowie Anleitung im Gemüseanbau.

Steht der Sahel vor einer Hungersnot?

In einigen Ländern der Sahel-Zone hat es nach andauernder Dürre im letzten Jahr große Ernteausfälle gegeben, die zu einem Preisanstieg bei Getreide und anderen Nahrungsmitteln geführt haben. Vor allem für die ärmere Bevölkerung sind Lebensmittel zum Teil kaum noch zu bezahlen. Eine flächendeckende Hungersnot herrscht noch nicht.

In einigen Gebieten ist die Versorgungssituation jedoch bereits extrem angespannt. Besonders viele ärmere Familien haben schon jetzt kaum noch genug zu essen. Da sie aufgrund wiederholter Dürren und Armut über wenige Reserven verfügen, ist ihre Ernährung akut gefährdet. Denn die nächste Ernte gibt es frühestens im September. Nach UN-Angaben sind aktuell mehr als 18 Millionen Menschen von der Nahrungsmittelknappheit betroffen.

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