teaser_seiten

Verschwenden beenden!

Nachricht 05. Dezember 2012

Wir kaufen mehr, als wir verzehren

Bild8
Bild: Brot für die Welt

Das Thema Lebensmittelverschwendung ist derzeit in aller Munde. Die Zahlen sind erschreckend: Pro Jahr wirft jeder Deutsche 81,6 kg an essbaren Lebensmitteln weg. Das ergab eine Studie des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Diese Verschwendung kann auch anders ausgedrückt werden, zum Beispiel in den 235 Euro, denen diese Menge an weggeworfenen Lebensmitteln entspricht, oder den 22.195 kcal, die diese Menge an Brötchen hat. Mit 235 Euro kann man problemlos eine Woche lang jeden Tag essen gehen, von 22.195 kcal kann man 10 Tage lang satt werden.

Hinter diesen Rechenbeispielen steckt ein sehr reales Problem: Wir kaufen mehr, als wir verzehren. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Einerseits lassen wir uns von Werbestrategien manipulieren (zum Beispiel 2 für 1-Angebote, obwohl „1“ völlig ausgereicht hätte), andererseits fördern wir das Überangebot an Lebensmitteln, die dann doch nicht verkauft werden, indem wir auf Vielfalt bestehen. Wir möchten, dass das Brotregal bis zum Abend hin voll ist und wir unser Lieblingsbrot immer frisch kaufen können, beachten aber nicht, dass dadurch 20% der produzierten Brot wieder an die Bäckereien zurück gehen.

Nach einem üppigen Buffet: Reste in die Tonne

Zuhause lagern wir manche Lebensmittel dann nicht richtig, weshalb sie schnell verderben. Oder wir haben keine Lust mehr auf das Produkt und werfen es weg (vielleicht auch, weil wir inzwischen schon wieder etwas Neues gekauft haben, das wir genießen möchten). Bei Familienfeiern genießen wir ein üppiges Buffet, dessen Reste dann in die Tonne wandern, beim Einkaufen nehmen wir das billigste Produkt ohne auf Herkunft und Qualität zu achten.

Die Verschwendung ist schon schlimm genug, wenn man nur auf Deutschland guckt, erweitert man den Blick aber auf die Welt und vor allem auf die ärmeren Produktionsländern von z.B. Weizen, Reis und Soja, wird die Lage um einiges dramatischer.

Wichtig: eine wertschätzende Verbrauchskultur

Immer wieder fallen einheimische Bauern einem Teufelskreis zum Opfer. Ihr Land wird ihnen – oft auf illegale Weise – von ausländischen Investoren weggenommen und die Bauern können ihre Familien nicht mehr ernähren. Manche Familien sind so arm, dass sie niemals Fleisch auf dem Teller haben. Auf den Feldern dieser Kleinbauern wird dann für den Export produziert, auch für Deutschland. Wir bringen dann tonnenweise Weizen (und andere Produkte) zu uns, um daraus Brote zu backen. Außerdem ist die Infrastruktur in vielen armen Ländern schlecht, was zu großen Nachernteverlusten führt. So geht an allen Stationen der Kette Nahrung verloren: bei der Ernte, nach der Ernte, beim Transport, in der Produktion, im Einzelhandel und beim Verbraucher.

„Wäre es uns möglich, diese Verluste auf 11% zu senken, könnten wir den Hunger in der Welt besiegen.“ – Dies ist keine leere Floskel. Durch Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden und der Infrastruktur in armen Anbauländern und durch eine wertschätzende Verbrauchskultur in reichen Industrienationen kann für alle ein besseres Leben erreicht werden. Denn unsere Verschwendung rührt oft daher, dass wir den Wert unserer Lebensmittel nicht kennen. Wenn wir allerdings bewusst einkaufen, vorher in den Vorratsschrank gucken, regionale, saisonale und umweltverträglich produzierte Produkte in den Korb legen und ein bisschen Zeit auf die Planung unserer Mahlzeiten verwenden, können wir unser Leben bereichern – und zur Ernährungssicherung in allen Teilen der Welt beitragen.

Ines Schnecker

Spendenkonto

Brot für die Welt
Konto 500 500 500
BLZ 1006 1006
KD Bank

Die kommenden Themen

  • 7.12. | Die „Verschwenden Beenden“-Installation  
  • 8.12. | Vom Wort zur Tat- Eigene Aktionsmöglichkeiten