teaser_seiten

Kenia - Der Dürre trotzen

Nachricht 03. Dezember 2012

Unter der extremen Trockenheit in Ostafrika leiden Millionen Menschen. In Kenia lernen Kleinbauernfamilien, die Dürren mit besserer Wasserversorgung und angepasster Landwirtschaft leichter zu überstehen. Mutua Nganda, seine Frau Agnes und ihre neun Kinder gehören zu den Ärmsten der Armen in Kakili, einem Dorf in der Ukamba-Region im Osten Kenias.

Die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre hat ihre Situation noch verschlimmert. Ihre letzte nennenswerte Ernte holte die Familie im März 2009 ein. Wie insgesamt 3,7 Millionen Menschen in Kenia war sie daher im Jahr 2011 auf Hilfe angewiesen.

Rettende Unterstützung

Die rettende Unterstützung kam von den "Ukamba Christian Community Services" (UCCS), einer Organisation der Anglikanischen Kirche Kenias, die zum Großteil von Brot für die Welt finanziert wird. Über den Aufbau von Selbsthilfegruppen professionalisiert und erweitert sie die traditionelle Nachbarschaftshilfe. "Ziel ist es vor allem, dem Boden langfristig höhere Erträge abzuringen", erklärt der Projektverantwortliche Urbanus Mutua.

Die Menschen in Kakili erhielten Saatgut für Pflanzen, die toleranter gegen Dürre sind. Außerdem lernten sie, wie man Terrassen zur Wasserkonservierung und zum Erosionsschutz der Felder anlegt. Als es Ende Oktober 2011 endlich ausgiebig regnete, konnte auch Mutua Nganda Bohnen säen. Nun darf seine Familie darauf hoffen, dass die nächste Ernte besser ausfällt.

Gesunde Ziegenmilch

Der einzige Viehbesitz der Familie – neben ein paar Hühnern – sind drei Ziegen, die ebenfalls von UCCS stammen. „Ziegen sind genügsam, ihre Über-lebenschancen sind in Trockenzeiten größer als die von Schafen oder Rin-dern“, erklärt Agrar- und Entwicklungsexperte Urbanus Mutua. „Zweimal im Jahr können sie Junge bekommen – eine einzige Ziege kann so ein Grund-stock für eine schnell wachsende Herde werden.“ UCCS stellte der Selbsthil-fegruppe in Kakili einmalig 25 Jungtiere zur Verfügung.

Mittlerweile hat die Gruppe rund 100 Ziegen weitergeben können, denn das erste Kitz einer ver-schenkten Ziege geht zurück an die Gruppe und wird anderen Bedürftigen übereignet. Auch dank der Proteine und des Fetts der Ziegenmilch hat die Familie von Mutua Nganda die schlimme Dürre des Jahres 2011 überlebt.

Sand speichert Wasser

Das größte Hemmnis für die Ernährungssicherheit der Bauernfamilien in der Ukamba-Region ist der Wassermangel. Der Sand auf dem Boden des ausgetrockneten Flussbettes ist glühend heiß und trocken – so scheint es zumindest. Doch man braucht nur ein wenig mit den Händen zu graben, und schon stößt man auf Wasser. Das kühle Nass ist kein Geschenk der Natur, sondern ein Ergebnis gezielter Projektarbeit: Überall bau-en die Einwohner mit Unterstützung von UCCS so genannte Sanddämme.

Die Organisation stellt Zement und Maurer, die Bevölkerung schleppt Steine herbei. Gemeinsam errichten sie zwei oder drei Meter hohe Mauern, die quer zum gesamten Talgrund verlaufen. Wenn nach Regenfällen Wasserfluten durch das Tal stürzen und Unmengen von Sand mit sich führen, werden diese von den Mauern aufgefangen. Bereits nach wenigen Regenfällen ist die Fläche hinter den Mauern auf vielen hundert Metern komplett mit Sand und Grundwasser aufgefüllt. „Jeder Sanddamm bietet rund 600 Menschen genug Wasser für mehrere Monate“, erklärt Urbanus Mutua.

Das eigene Potential erkennen

Welch erstaunliche Entwicklung möglich ist, wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, zeigt das Beispiel von Justus Mwaka und seiner Ehefrau Virginia. Im Gespräch mit ihnen ist der Stolz von Menschen zu spüren, die es durch eigene harte Arbeit zu etwas gebracht haben. Das Ehepaar verstand, das in den Schulungen Gelernte umzusetzen. Sie legten eine kleine Baumschule an und verkauften die Setzlinge, zum Beispiel von Mango-Bäumen.

Statt Mais säten sie dürretolerante Mungbohnen. Und von dem Erlös der Bohnen kaufte Justus Mwaka vier Jungbullen, mästete sie und verkaufte sie mit großem Gewinn weiter. Seine Frau begann derweil eine florierende Ziegen- und Hühnerzucht. Nun beschäftigen die beiden sogar zwei Arbeiter, die ihre wohl bestellten Felder jäten.

Dürre in Kenia

kenia_duerre

Spendenkonto

Brot für die Welt
Konto 500 500 500
BLZ 1006 1006
KD Bank

Die kommenden Themen

  • 5.12. | Zum Beispiel: Bangladesh – Gebt uns unser Land!  
  • 6.12. | Verschwenden beenden!
  • 7.12. | Die „Verschwenden Beenden“-Installation  
  • 8.12. | Vom Wort zur Tat- Eigene Aktionsmöglichkeiten 

Kenia - ein Projektbeispiel

„Kenia-Der Dürre trotzen“ ist Projektbeispiel für die 54. Aktion in der Landeskirche Hannovers. Es wurde gemeinsam von den Brot für die Welt-Beauftragten ausgewählt. Ziel ist es, anhand eines konkreten Beispiels die Brot für die Welt-Arbeit im Kontext der Ernährungssicherung beispielhaft aufzuzeigen. Kirchengemeinden und Multiplikatoren bekommen Materialien und Tipps für die Umsetzung vor Ort.

Bitte sprechen Sie Ihren Brot für die Welt-Beauftragten vor Ort an, um weitere Informationen zu erhalten. Wenn Sie die Kontaktdaten nicht kennen, nehmen Sie bitte mit Frau Heidrun Heselmeyer Kontakt auf.

Kontakt zu Brot für die Welt