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Guatemala - Mit dem Mut der Verzweiflung

Nachricht 02. Dezember 2012

Projektträger: Die Lutherischen Kirche Guatemalas (ILUGUA)

Aufgrund ihrer Wasserreserven sind die Nebelwälder der Granadillas-Berge für die Menschen im trockenen Osten des Landes lebenswichtig. Doch massive Abholzungen bedrohen ihre Existenz. Zusammen mit den Kleinbauernfamilien setzt sich die Lutherische Kirche für ihren Erhalt ein. Doña Rosa weiß: Gibt es den Wald nicht mehr, versiegt auch das Wasser für ihre Felder. Die Kleinbäuerin lebt in Los Achiotes, einer abgelegenen Streusiedlung im Bergmassiv "Las Granadillas".

Profitgier ohne Gewissen

Ohne das Wasser aus den über 1.400 Meter hoch gelegenen Nebelwäldern könnte Doña Rosa keine Landwirtschaft betreiben. Für die Menschen im ansonsten extrem trockenen Grenzgebiet zu Honduras sind die Wälder lebenswichtig. Doch die sind in großer Gefahr. Denn die Abholzung hat in den letzten Jahren industrielle Ausmaße angenommen. Bereits 80 Prozent des Waldes sind vernichtet. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die reichen Landbesitzer. Ohne die Unterstützung der Lutherischen Kirche wäre Doña Rosa schon lange nicht mehr hier. „Mehr als einmal wollte ich aufgeben“, erzählt sie mit bedrückter Miene. „Aber Don Pilar sagte, wir hätten Gewohnheitsrecht und sollten uns nicht vertreiben lassen.“

Seit mehr als 100 Jahren lebt Doña Rosas Familie nun schon in Los Achiotes. „Nur haben wir keine Urkunde, die belegt, dass das Land uns gehört.“ Dies nutzen die reichen Finqueros aus. „Sie drängen immer weiter vor und wollen uns unser Land wegnehmen“, klagt sie und weint. ILUGUA bestärkt die Kleinbauernfamilien darin zu bleiben, gerade jetzt, da sie endlich alles haben, was sie zum Leben brauchen. Inzwischen haben sie sich zusammengeschlossen und kämpfen für die Erteilung von Landtiteln.

Grund zur Hoffnung

Wie viele Menschen hier beteiligt sich die kleine Frau am gewaltfreien Kampf um den Erhalt "ihrer" Berge. Unterstützt wird sie dabei von der Lutherischen Kirche Guatemalas, einer Partnerin von Brot für die Welt. Inzwischen gibt es Grund zur Hoffnung: Vor kurzem urteilte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte, dass der guatemaltekische Staat ein Gesetz zum Schutz seiner natürlichen Ressourcen erlassen muss.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Von ILUGUA lernte Doña Rosa nicht nur, mit selbst hergestelltem Kompost den Boden fruchtbarer zu machen. Sie hat sich auch mit der Technik der Tröpfchenbewässerung vertraut gemacht. In einen Wasserschlauch hat sie kleine Löcher gebohrt, in denen Schrauben stecken. Bei Bedarf dreht sie diese ein wenig auf, so dass das Wasser langsam und gleichmäßig auf ihre Pflanzen tropft. Heute erntet sie nicht nur viele Obst- und Gemüsesorten, sondern auch Heilkräuter. Zweimal in der Woche geht die Kleinbäuerin zu Fuß hinunter zum Markt von Zacapa – mit zehn Kilo Waren auf dem Rücken.

„Von dem Erlös kaufe ich alles, was wir nicht selber herstellen können, zum Beispiel Salz, Seife und Kleidung.“ Stolz ist Doña Rosa auch auf ihren Lehmherd, den sie mit Unterstützung von ILUGUA hat bauen lassen. „Ich brauche jetzt viel weniger Holz als früher“, sagt sie begeistert. Bis vor fünf Jahren kochte sie noch an einer offenen Feuerstelle, der Rauch belastete Augen und Atemwege. Diese Beschwerden gehören nun der Vergangenheit an.

Projekt Guatemala

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