kopf_kat_3

Bild: Diakonie Katastrophenhilfe

Vergessene Katastrophen: Kongo

Nachricht 21. Juni 2013

Vergessene Katastrophen - erklärt von Uwe Becker

Jeden Tag ereignen sich viele Katastrophen auf der Welt. Über einige berichten die Medien viel. Das sind oft die Katastrophen, für die auch die größten Hilfen von Staaten und Nichtregierungsorganisationen und ihren Spendern zur Verfügung gestellt werden. Andere Katastrophen werden vergessen. Diese Katastrophen sind oft langwierig und das Leid der Menschen, die sie erleben sehr hoch.

Vergessen: Kämpfe und Kriegsverbrechen im Kogo

Im Osten des Kongo beherrschen seit Jahren blutige Konflikte das Leben der Menschen. Trotz mehrerer Friedensabkommen bekämpfen sich Milizen, Rebellen und die kongolesische Armee weiter, um die Hoheit im rohstoffreichen Gebiet zu erlangen. Die Menschen leiden sehr unter den Kämpfen und Kriegsverbrechen: Sie werden überfallen, ihre Häuser geplündert, unzählige Frauen sind Opfer sexueller Gewalt. Familien sind in dem zentralafrikanischen Land auf der Flucht, Eltern werden von ihren Kindern getrennt, Kinder gezwungen, als Soldaten zu kämpfen.

Kriegsfinanzierung durch Bodenschätze

Besonders in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu toben die Auseinandersetzungen. Wer sein Heimatdorf verlassen muss, sucht oft Zuflucht in der Großstadt Goma. Hier warten tausende Menschen in notdürftigen Unterkünften auf ein Ende der Konflikte. Doch das ist nicht in Sicht: Stattdessen nehmen die Kämpfe seit den letzten Präsidentschaftswahlen Ende 2011 noch zu. Eine besonders brutale Rebellengruppe Bewegung 23. März (M23) gründete sich neu und nahm Gebiete in Nord-Kivu und kurzzeitig sogar Goma ein.

Weil die kongolesische Armee vorrangig die M23 bekämpfte, zog sie sich aus anderen umkämpften Regionen zurück. Hier nutzen andere Gruppen ihre Chance und breiten sich nun aus. Obwohl im März gerade erst ein neues Friedensabkommen mit den Aufständischen der Gruppe M23 geschlossen wurde, dauert die Gewalt in der Region an. UNO-Blauhelme sollen mit militärischem Einsatz Frieden herstellen, doch die Aufständischen gehen weiter brutal vor, ohne von ihnen gehindert zu werden.

Finanzieren tun sich die meisten der Milizen und Rebellengruppen, aber auch die Regierungstruppen, durch die kostbaren Erze im Boden des Ostkongos: Diamanten, Gold, Tantalit und Coltan (für den Bau von Handys nötig), die unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne Rücksicht auf Umweltfolgen abgebaut und in die ganze Welt verkauft werden.

Was tut die Diakonie Katastrophenhilfe im Kongo?

In der Demokratischen Republik Kongo leben heute etwa 71 Millionen Menschen. Obwohl das Land sehr rohstoffreich ist, gilt es aufgrund jahrelanger Bürgerkriege und rücksichtlose Ausbeutung heute als eines der ärmsten Länder der Welt. Durch die Armut leiden viele Menschen chronischen Hunger, dazu kommen Epidemien durch schlechte Wasserversorgung und Hygiene. Zu der Armut kommt der Krieg: Mehr als 5.000 Menschen waren aufgrund der aktuellen Konflikte allein im Mai 2013 im Kongo auf der Flucht. Im ganzen Kongo fliehen nach Schätzungen sogar 2,6 Millionen Menschen als intern Vertriebene.

Gemeinsam mit lokalen Partnern bietet die Diakonie Katastrophenhilfe den Menschen in Ostkongo Unterstützung, die vertrieben wurden und Zuflucht in anderen Dörfern fanden. Sieben Projekte in Nord-Kivu und eins in Süd-Kivu richten sich an die Vertriebenen und die Gastgeberhaushalte.

Die Kämpfer fallen in Dörfer ein, plündern sie und vergewaltigen und entführen die Bewohner. Frauen und Mädchen werden vergewaltigt und leiden stark unter den Folgen.

diakonie_katastrophenhilfe

CIA World Factbook 2013 Democratic Republic of the Congo

  • Bevölkerung: 75,507,308
  • Bevölkerung, die in Armut lebt: 71%
  • Alphabetisierungsrate: 66,8 %
  • Lebenserwartung: 56,14 Jahre
  • Ärztliche Versorgung: 0,11 Ärzte pro 1.000 Einwohner
  • Zugang zu Trinkwasser: 55% nur schlechten Zugang

Fürbittengebet frü den Kongo

Wir bitten dich um deine Gegenwart für die Menschen im Osten des Kongo,
erbarme dich aller, die so oft schon fliehen müssen,
lass sie doch endlich wieder ihre Felder bestellen,
damit sie die Früchte ihrer Arbeit und deines Segens genießen!

Erbarme dich auch der unzureichenden Kräfte der Friedensmission,
damit die Soldaten aus den unterschiedlichen Ländern ihren Auftrag erfüllen,
die Menschen zu schützen,
widerstehe dem Kalkül, mit noch mehr Militär und Waffengewalt
dem Morden und Vergewaltigen ein Ende setzen zu wollen.

Wir danken dir für die Vielen, die sich trotz der Gewalt für die Menschen einsetzen,
für die tausenden vergewaltigten Frauen,
für die allein gelassenen Kinder, für das Recht auf Nahrung und Bildung,
gib ihnen den Mut, der nötig ist,
um die Verzweifelten zu trösten und die Hoffnungslosen zu stärken,
gib deinen Segen allen, die viele kleine Schritte des Friedens gehen.

Erhebe dein Angesicht auf sie alle und sei ihnen gnädig,
damit dein Frieden einzieht bei den Menschen,
die du doch liebst und sie erhalten willst.