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Bild: Diakonie Katastrophenhilfe

 

Flutkatastrophe in Mitteleuropa

Nachricht 17. Juni 2013
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Bild: Diakonie Katstrophenhilfe

„Über eine Woche Dauerkribbelunruhezustand. Keine Flut in unseren Straßen – Gott sei Dank! Die Deiche halten“, berichtet Superintendent Christian Cordes aus Bleckede im Landkreis Lüneburg. Bisher halten die Deiche der Flut stand, doch der Druck des Wassers lastet schwer auf ihnen.

Viele Menschen erleben in Deutschland große Katastrophen wie Hungersnöte oder Erdbeben meist nur vor dem Fernseher oder im Internet. Doch in diesen Tagen kämpfen auch in Deutschland in Nord-, Ost- und Süddeutschland die Menschen gegen eine Katastrophe – die Flut. Viele von ihnen kämpfen nicht zum ersten Mal gegen schwere Überschwemmungen: Immer wieder werden ihre Häuser von übertretenden Flüssen beschädigt, ihre Keller sind übergelaufen, Dörfer und Städte beschädigt oder zerstört.

Eigentlich wollte die Diakonie Katastrophenhilfe in dieser Woche ihre Kampagne „Vergessene Katastrophen“ präsentieren, die Katastrophen in den Blick nimmt, die sonst keine Beachtung finden. Aus aktuellem Anlass sehen wir heute jedoch zuerst nach Mitteleuropa, wo in Deutschland, Tschechien und Österreich die Menschen gegen die Wassermassen kämpfen.

Kirche und Diakonie vor Ort versorgen die Opfer und Helfer in den betroffenen Regionen mit Nothilfe. Dazu befindet sich auch ein zentraler Koordinator der Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort, der bereits die Hilfseinsätze im Jahr 2002 koordinierte. Auch wenn in Norddeutschland die meisten Deiche halten, ist die Stimmung angespannt.  

Bericht aus Bleckende

Während in Süd- und Ostdeutschland die Pegelstände langsam wieder sinken, hat der Scheitel der Flut Norddeutschland teilweise erst einige Tage später erreicht. Entlang der Elbe und Aller bangen die Menschen um ihre Häuser und Felder. Tage- und nächtelang werden Dämme bereits geschützt. Wo sie brechen, werden ganze Stadtviertel evakuiert, wie beispielsweise die Altstädte in Hitzacker und Lauenburg. An den Orten, wo sich die Flut wieder zurückgezogen hat, bleibt mit dem Schlamm vor allem Hilflosigkeit. Superintendent Christian Cordes berichtet am Freitag, wie er selbst die Flut in Bleckede, einer Kleinstadt an der Elbe erlebt hat.

„Die Lage normalisiert sich langsam. Noch steht der Pegel bei 11,56 - 10 cm über dem bisherigen Jahrhunderthochwasser-Höchststand 2011. Es lastet gewaltiger Druck auf den Deichen, und der starke Regen, der gestern niederging, hat viele in unserem kleinen Städtchen in Angst und Schrecken versetzt. Nun scheint wieder die Sonne und wir hoffen, dass wir wirklich davon kommen.

Es ist wenig von Katastrophe zu sehen. Die Keller laufen voll und ein paar Bewohner haben still und geduldig ihre Häuser verlassen, in denen nun das Wasser steht. Das ist aber nicht vergleichbar mit den Ausmaßen, die wir in anderen Regionen sehen. Unter besonderer Anspannung stehen die Altenheime: Sie sind nach wie vor darauf vorbereit, innerhalb von fünf Stunden alle Bewohner evakuieren zu lassen. In regelmäßigen Anrufen werden sie informiert, wohin die Bewohner im Fall einer Evakuierung kommen könnten und was für ein Begleitpersonal nötig ist. Das geht jetzt seit sechs Tagen so.

10.000 Menschen wurden in Bleckede konkret aufgefordert, sich auf ihre Evakuierung vorzubereiten. Das hätte uns auch sehr gefordert. Schon für einen der Bleckeder Pflegedienste waren 100 ambulante Patienten betroffen - Menschen, die zu Hause gepflegt werden und mehr oder weniger auf Hilfe angewiesen sind. Aber auch gesunde, fitte Menschen fragten sich: Was nehme ich mich? Auch die Geschäfte spüren die Folgen der Flut – Viele haben geschaufelt und gesichert bis zur Erschöpfung, andere haben sehr gelitten. Etliche Bewohner werden einige Zeit brauchen, bis sie dem Fluss wieder ganz trauen. Ich denke, wir haben vor allem zu danken, dass wir in guten Händen waren. Die Lage wurde immer ernst genommen, aber nicht überdramatisiert, es wurde auch beruhigt, aber nicht bagatellisiert.“

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Fluthilfe der Diakonie Katastrophenhilfe

Fluthilfe 2013 - Kollektenaufruf

Wir bitten Sie für die vom Hochwasser betroffenen um Ihre Gebete und um Ihre Kollekte.

Die Diakonie Katastrophenhilfe engagiert sich in den betroffenen Gebieten in Zusammenarbeit mit den diakonischen Werken vor Ort und unterstützt die Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen. Bei Bedarf werden Notunterkünfte eingerichtet. Weiter steht in Zusammenarbeit mit den diakonischen Einrichtungen Beratung und Betreuung sowie finanzielle Unterstützung für die Betroffenen bereit.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist die bewährte Hilfsorganisation der evangelischen Kirchen, wenn schnelle Hilfe nötig ist. Mit viel Erfahrung und einem großen Netzwerk kann sofortige Hilfe organisiert werden. Wir bitten Sie um Ihre großzügige Unterstützung.